Mit Tod und Trauer leben

Symbole der Auferstehung: Helfer des ambulanten Hospizdienstes entzündeten Kerzen beim ökumenischen Gedenkgottesdienst in Maria Waldrast. Im Hintergrund Pfarrer Herrmann Bock (rechts) und Pater Jacob Vezhapparampil. Bild: Dobmeier

79 Menschen begleitete der Ambulante Hospizdienst Weiden-Neustadt im vergangenen Jahr bis zum Tod. Bei einem Gedenkgottesdienst in Maria Waldrast sollten ihre Angehörigen Trost finden und die Hospizhelfer gestärkt werden.

"Trauer ist in unserer Gesellschaft etwas Peinliches geworden, der Tod wird verdrängt und findet höchstens im Fernsehen statt", erklärte Pater Jacob Vezhapparampil. "Wer einen lieben Menschen verloren hat, weiß, was Trauer ist. Jesus hat um Lazarus getrauert." Der Geistliche feierte am Samstag zusammen mit Pfarrer Herrmann Bock den ökumenischen Gedenkgottesdienst für die Angehörigen der 79 Verstorbenen, die der Ambulante Hospizdienst 2014 betreut hatte. In der Feier sollten alle Weggefährten getröstet und gestärkt werden. Zur Lesung kam der Psalm 31 "In Gottes Händen geborgen". Als Zeichen der Hoffnung entzündeten zwei Hospizhelferinnen für jeden Verstorbenen eine Kerze. Koordinatorin Elisabeth Schug verlas die Namen.

"Warum das Ganze?"

Der evangelische Pfarrer Bock erinnerte an die Emmausgeschichte. Gott sei Dank habe sich ein "Fremder" zu den Jüngern gesellt, so dass sie reden konnten. Auch in der Hospizbegleitung seien Menschen bereit, jemandem nahe zu sein, Gespräche zu führen, zuzuhören und einfach nur da zu sein. Wie die Jünger zum Tode Jesu am Kreuz fragten wir uns: Warum das Ganze? Warum haben wir das Leid des Todes eines nahen Angehörigen verdient? Wo ist Gott bei diesem Leid? Pfarrer Bock verkündete die "Botschaft des Glaubens": "Nicht der Tod hat das letzte Wort - Gott schenkt uns neues Leben."

Als neuer leitender Hospiz-Koordinator dankte Rüdiger Erling den 60 ehrenamtlichen Hospizhelfern für ihren Einsatz. Die Begleitung von Sterbenden habe in Weiden eine etwa 18-jährige Tradition. Das Ehepaar Ilse und Heribert Stock habe den ambulanten Hospizdienst ins Leben gerufen und viele Jahre mit unglaublich viel Engagement ehrenamtlich geleitet. Der ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst begleite in Weiden sowie dem Landkreis Neustadt pro Jahr etwa 120 Schwerkranke durch den Sterbeprozess. Besonders erwähnte Erling dabei auch Hildegard und Rudolf Haupt, die im Raum Grafenwöhr und Neustadt/WN Dienst leisteten und die Hospizbewegung voranbrächten.

Begleitet würden auch Familien und Angehörige. Momentan bietet der ambulante Hospizdienst ein monatliches Trauerfrühstück an, bei Bedarf auch mit Einzelgesprächen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.