Mother Africa
Mit afrikanischer Lässigkeit

 
Mit schlangenartigen Bewegungen zwischen bunten Ringen verblüfft die Artistin die Zuschauer der Show "Mother Africa" in Weiden.

Wer schon einmal in Afrika war und dort die Lebensfreude hautnah erfahren hat, der hat eine gewisse Vorstellung davon, was ihn bei "Mother Africa" erwartet. Die Artisten holen den Zauber Afrikas in die Max-Reger-Halle.

Die Künstler vom Schwarzen Kontinent fesseln die 800 Besucher nicht nur durch ihre exakte Arbeit und athletische Strenge. Sie verzaubern vor allem mit ihrer ungestümen Ausgelassenheit. "Khayelitsha - die neue Show" siedeln die beiden Macher, Winston Ruddle und Hubert Schober, in einem Township in Kapstadt an. Dort entwickeln die Schwarzen ihr farbenprächtiges Programm. Dann etwa, wenn ein liebeskrankes Mädel getröstet werden soll und sich ihre Melancholie mit Hilfe irrsinnig vieler Hula-Hoop-Reifen vom grazilen Leibe tanzt.

Der Zirkus "Mother Africa" unterstützt seit jeher soziale Projekte in Südafrika, so zum Beispiel das "Dam-Ditty-Doo"-Programm, das Kindern und Jugendlichen aus den Townships um Johannesburg Workshops in Tanz, Musik, Schauspiel, Film und Fotografie anbietet. Mit dem Hintergrund, diese Kinder später einmal in die Show einzubinden. Denn anders als andere "Afrika"-Zirkusprogramme steht "Mother Africa" für Nachhaltigkeit. Seit zehn Jahren bietet das Projekt afrikanischen Künstlern durchgängig Auftritts- und Karrieremöglichkeiten. Und bei jeder gekauften Eintrittskarte gehen 50 Cent davon an diese Workshops.

Doch zurück zur Show. Die Tänzer und Athleten verbreiten ein Feuerwerk an Farben und sprühender Lebenslust. Mal wildes Temperament, mal unerhörte Kraft und Biegsamkeit. Vor allem aber artistische Perfektion. Gleich zu Beginn schlängeln sich Menschen auf umgebauten Fahrrädern und Handkarren durch das Chaos der Townships.

"Hakuna Matata"


Dann imponieren coole Jungs den Mädels mit überdrehten Seilhüpf-Aktionen. Die Show ist nicht zuletzt auch bestimmt durch die persönliche Ausstrahlung der einzelnen Athleten. Die Bühne ist die Zirkusmanege: Man muss also eng zusammenrücken. Auch wenn die Künstler aus Afrika kommen, Löwen und Elefanten haben sie nicht dabei. Auch keine Tango tanzenden Gazellen.

Dafür bringen sie Begeisterung und eine erstklassige, rhythmusbetonte Band mit. Immer wieder steigt die Spannung. Wenn zum Beispiel einer der Helden des Viertels auf eine krumme Leiter klettert, ein anderer einen Jungen mit den Füßen Salti schlagen lässt oder - "Hakuna Matata" - jemand auf Rollen balanciert.

Sicher einer der Höhepunkte ist der Schlangenmann, der nicht nur auf den Knien die bösen Jungs verjagt, sondern auf einer Handkarre den kompletten Körper durch einen Tennisschläger stülpt.

Mitten ins Herz


Die Show demonstriert Freundschaft und Zusammenhalt, und die Lebenseinstellung, den Kopf nicht hängen zu lassen, selbst wenn etwas schief geht. Und wenn, dann wenigstens mit bunten Ringen an Armen und Füßen. Es werden menschliche Pyramiden gebaut, basketball-spielende Breakdancer gefeiert und mit Waschschüsseln jongliert. Die Kombination aus Können und Spaß an der Freude sind überwältigend. Der Funke springt sofort über. Und am Ende singen und tanzen sich die Künstler aus sieben Nationen ungeachtet aller Unterschiede noch einmal direkt in die Herzen der Zuschauer.
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