Mundartdichter des Oberpfälzer Dialekts im Kultursaal des Alten Schulhauses
Mundart am Abend

Garanten für einen gelungenen Mundart-Abend (von links): Wolfgang Leo Bäumler, Gertraud Mois, Ulrich Keltsch, Anna-Elisabeth Gleißner, Erna Schmutzer-Lösch. Dahinter Stadtrat und Hobby-Dichter Alois Schinabeck, das Akkordeon-Duo Eckert/Gleißner und der Leiter des Mundartarbeitskreises, Stadtheimatpfleger Günter Alois Stadler. Bild: hcz

Das muss schon eine ganz besondere Veranstaltung sein. Wenn sogar der Vertreter des Oberbürgermeisters seine Grüße in Reimform übermittelt. Mundartfreunde wissen: Dann ist ein Abend mit viel Dialekt angesagt.

Mit lustigen, aber auch mit kritischen und besinnlichen Texten lockten die Mundartdichter wieder die Freunde des Oberpfälzer Dialekts in den Kultursaal des Alten Schulhauses. Unter den zahlreichen Besuchern begrüßte Stadtheimatpfleger Günter Alois Stadler Frau und Tochter des Gründers des Mundartarbeitskreises, Rudolf Zenger. Vor 24 Jahren hatte dieser die Leseabende ins Leben gerufen, die sich größter Beliebtheit erfreuen.

Man werde das "25-Jährige" im kommenden Jahr gebührend feiern, kündigte Stadler an. Sodann stellte er die Akteure vor: Wolfgang Leo Bäumler, dessen Geschichten sich meist um Schule, Bauernhof oder das Wirtshaus drehen; Gertraud Mois, die kritische Landwirtin aus Denkenreuth, deren Worte zum Nachdenken anregen; Ulrich Keltsch, der ehemalige Förster, ein Oberfranke, dem es aber in der Oberpfalz so gefällt, dass er auch im Ruhestand hier bleibt und hintersinnige Gedichte schreibt; Anna-Elisabeth Gleißner aus Bechtsrieth, die kürzlich ein Buch mit ihren Gedichten herausgebracht hat und schließlich Erna Schmutzer-Lösch, das "Egerländer Gwachs" aus Neustadt/WN.

Beifall für Akkordeon-Duo

In Reimform überbrachte Stadtrat Alois Schinabeck die Grüße "vom Seggewiß und auch von seiner Partei", aber dann "fiel ihm nix mehr ei". Schließlich erinnerte er sich doch noch daran, dass er den "großen Dichtern" danken und dem Publikum viel Vergnügen wünschen sollte. Reichlich Applaus gab es auch für die gelungenen Musikeinlagen des Akkordeon-Duos Eckert/Gleißner. "I tausch net aus", "Hoamat gibt's nur oane" oder "I bin a Lump seitdem i geboren bin" waren Musikstücke, für die es frenetischen Beifall gab.

Bäumler berichtete in seinen Beiträgen wieder vom "Schröidl Sepp", von "da Schöll" und von "Beziehungsproblemen" - zu denen man früher "Ehekrach" sagte. Mois plädierte für's "Runterschalten": einmal weg von dem, was man immer tut! Außerdem berichtete sie, wie's halt so zugeht auf dem Dorf: "Vormittags kommt der Postbot'. Erst nachmittags wird's etwas staader." Keltsch erzählte von der Entstehung des Wunsiedeler Brunnenfests und warum die Wunsiedeler "Buttenscheißer" genannt wurden. Gleißners Gedanken drehten sich um den Herbst, wenn der November sich grau in grau zeige und die Stimmung nachlasse. Am Friedhof, wenn der Pfarrer für "den aus unserer Mitte" betet, "der dem Verstorbenen als Erster folgen wird", denke man nach, ob man dieser sein wird, stellte sie fest. Schmutzer-Lösch dachte über den Lebenssinn nach. Auch Stadlers "Herbstgedanken" ("Hauptsach' mir san gsund" und "Wann gib i den Löffel ab?" ) drehten sich um das Werden und Vergehen.
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