Musikauswahl bei Sommermatinee spielt auf Querelen in Pfarrei St. Josef an
Störrische Esel, unbeugsame Schwäne

Luis und Mirijam Denz, Vater und Tochter, begeisterten fast 100 Besucher bei der sechsten Sommermatinee etwa mit dem "Karneval der Tiere". Bild: hcz

In seinem "Karneval der Tiere" stellt Camille Saint-Saens (1835-1921) das Wesen verschiedener Tiere mit den Tönen der Orgel nach. Luis Denz, der kürzlich in den Ruhestand getretene Kirchenmusikdirektor, wählte für die Sommermatinee drei Stücke daraus in bewusster Anspielung an die Pfarrei St. Josef, wo es auch derartige Zeitgenossen gebe.

Die Schildkröten, unnachgiebig, bremsend und stur, störrische Esel und stolze, unbeugsame Schwäne lässt Saint-Saens mit überraschenden und majestätischen Tönen musikalisch erkennen. Die sechste Matinee begeisterte fast 100 Besucher. Mit Tochter Mirijam gab Denz ein abwechslungsreiches, fast einstündiges Kurzkonzert mit Kompositionen von Händel, Bach, Johann Wolfgang Franck, dem Reger-Zeitgenossen Saint-Saens und Max Reger selbst.

Die 17-jährige Mirijam Denz ist Schülerin im Additum am Gymnasium Neustadt/WN und strebt nach dem Abitur im nächsten Jahr ein Gesangsstudium an. Die Schülerin von Sabine Lahm (Weimar) hat beste Voraussetzungen dafür. Sie siegte vor drei Jahren beim Wettbewerb "Jugend musiziert" in Hamburg. Kristallklar erklang ihr Sopran bei Händels "O hätt" ich Jubals Harf'Z", Regers "Ave Maria" und Francks "O du mein Trost". Als Kontrast dazu kamen aus dem Orgelkonzert Nr. 3 von Händel das "Adagio" - langsam und bedächtig - und die "Gavotte", ein schneller, fröhlicher Tanz, zu Gehör. Nach dem "Te Deum", bei dem Denz durch die Kraft der Komposition von Max Reger das Kirchenschiff der Josefskirche zu erschüttern drohte, sang Mirijam Denz das liebliche "Maria im Rosenhag".

Mit stehendem Applaus feierten die Besucher Vater und Tochter. Die Sommermatinee am Samstag gestaltet Christoph Doser an der Orgel.
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