Mysteriöser Tod eines Nachtclub-Königs
Raimund A. Mader rückt Klankermeier-Mord in den Mittelpunkt seines neuen Kriminalromans

Der Autor liest diese Woche in Eschenbach und Weiden aus seinem neuen Buch. Bild: Gmeiner-Verlag
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
15.02.2016
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Von Holger Stiegler

Weiden/Eschenbach. Walter Klankermeier also. Endlich, möchte man fast sagen. Knapp 34 Jahre nach seinem gewaltsamen Tod nimmt sich jemand dieser schillernden Gestalt der "Weidener Szene" der 70er und frühen 80er Jahre literarisch an. Herausgekommen ist - nicht ganz unerwartet - ein Kriminalroman. Geschrieben hat ihn Raimund A. Mader, Lehrer am Augustinus-Gymnasium Weiden und wohnhaft in Eschenbach, der bereits drei Kriminalromane veröffentlicht hat. Von seiner bisherigen Hauptfigur Kommissar Adolf Bichlmaier hat sich Mader im neuen Werk mit dem sinnigen Titel "Der König von Weiden" allerdings verabschiedet.

Die Umstände und Hintergründe der Ermordung des Weidener Rotlicht-Königs Klankermeier liegen bis heute im Dunklen, ein Täter ist nie gefasst worden. So gesehen eine exzellente Ausgangslage für einen Krimi. Auf knapp 280 Seiten nimmt nun Mader die Ermittlungen auf und lässt seine Protagonisten im Dickicht des Gerüchte-Nebels und Halbfakten-Dschungels stöbern. Eine kleine "Einführung" zum Thema Klankermeier stellt der ehemalige Weidener Kulturamtsleiter Bernhard M. Baron dem Roman unter dem Titel "Es war einmal ein Nachtclub-König in Weiden" voran. Jener Baron, dem der Leser im Roman als dessen Alter Ego "Graf" wieder begegnen wird.

Roman über "K."


Der Krimi spielt in der Jetztzeit: Über 30 Jahre nach dem Leichenfund Klankermeiers erhält ein erfolgreicher Autor - die "Ich"-Figur des Romans - einen anonymen Anruf mit der Aufforderung, einen Roman über "K." zu schreiben. Gleichzeitig kommt es auf der Bahnstrecke zwischen Weiden und Regensburg zu einem mysteriösen Todesfall. Die "Ich"-Figur beginnt schließlich mit dem Roman und schafft die beiden Hauptfiguren Kommissar Attila Szelem - der sich immer mehr zum Alter Ego des Autors entwickeln wird - und dessen Kollegin Josefine. Beide finden DNA-Spuren, die mit Klankermeiers Mord in Verbindung stehen und sich schließlich zu einem durchaus spannenden Plot entwickeln, der nicht nur in Weiden, sondern auch in Regensburg, auf einer abgelegenen Mittelmeer-Insel sowie in der Nähe von Leipzig spielt.

Lösung des Mordfalls


Die Mader'sche Dramaturgie des Krimis führt zu einer Vermischung von Tatsachen und Fiktionen, zu einem Wechsel der Erzählebenen, die nicht immer leicht zu durchschauen sind und auch dem Leser Einiges abverlangen. Für den "Ich"-Erzähler führt die Reise in die eigene, verdrängte Vergangenheit, die ihm dann allerdings auch die Augen öffnen - und erkennen lässt, dass weder "K.", noch die Umstände von dessen Ermordung losgelöst von der eigenen, persönlichen Geschichte zu sehen sind.

Mader gibt den Lesern eine literarische Aufklärung der Tat als solcher an die Hand, wirft aber gleichzeitig Raum für neue Spekulationen auf. Und es gelingt ihm auch Bezüge zu Franz Josef Strauß und Alexander Schalck-Golodkowski herzustellen. Auch wenn Mader eine Lösung des Kriminalfalls anbietet: Die Geschichte um das bizarre Leben von Walter Klankermeier bietet auch künftig noch genug Stoff für Krimis.

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Der Roman ist erschienen im Gmeiner-Verlag (ISBN 978-3-8392-1827-3) und kostet 9,99 Euro. Mader selbst stellt sein Werk bei zwei Lesungen vor: Am Dienstag, 16. Februar (19 Uhr), im Historischen Malzhaus in seiner Heimatstadt Eschenbach und am Donnerstag, 18. Februar (20 Uhr), in der Buchhandlung "Stangl & Taubald" in Weiden.
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