Nachhaltiges Musikerlebnis
"Singing Witt" und Hofer Symphoniker in der ehemaligen Augustiner-Kirche

Bei zwei so mächtigen Klangkörpern wie den "Singing Witt" und den Hofer Symphonikern ist wirklich Musik drin. Bild: Kunz
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
01.02.2016
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Die beiden Ensembles kannten sich bereits von der "Adventslicht"-Gala im November. Für alle, die dabei waren, ein nachhaltiges Erlebnis. Schon damals gingen "Singing Witt" und die Hofer Symphoniker "Classic". Aus Benefizgründen. Aber auch aus interpretatorischer Sicht bot die Zusammenarbeit der beiden mächtigen Klangkörper weitreichende musikalische Möglichkeiten.

Am Sonntag gab es jetzt in der ehemaligen Klosterkirche St. Augustin ein weiteres Charity-Konzert auf der Schiene Weiden-Hof. Finanzieller Nutznießer war diesmal der Arbeitskreis Asyl. Vom künstlerischen Anspruch her freuten sich 550 Besucher in der vollbesetzten ehemaligen Kirche. Der enge Kontakt zwischen Musikern und Publikum war allein schon deshalb gegeben, weil die Bestuhlung der Streicher unmittelbar bis zur ersten Sitzreihe reichte.

Kosmus an der Orgel


Die Gesamtleitung lag in bewährten Händen von Stefanie Zühlke-Schmidt, die mit dieser Programmvariante unterstrich, dass sie eigentlich vom klassischen Fach kommt. Denn in der Vergangenheit war "Singing Witt" vor allem durch seine populären Songs aus dem Rock- und Pop-Genre aufgefallen. Für die Orgel konnte wieder Peter Kosmus gewonnen werden, der dem Chor bei den Proben das Orchester ersetzte. Begrüßt und eingestimmt wurden die Gäste vom Vorsitzenden der Geschäftsführung der Witt-Gruppe, Wolfgang Jess.

Brillant eröffneten die Mitwirkenden den Abend mit Gabriel Faures "Cantique de Jean Racine". Das Werk hatte der damals 19-jährige Tonsetzer einem französischen Dichter aus dem 17. Jahrhundert gewidmet, den er sehr verehrt hatte. Fein und stilsicher musizierten Chor und Orchester auf sanfte und voluminöse Weise Faures "Requiem op. 48".

Um aus der Depression wieder herauszufinden, interpretierte "Singing Witt" das engagierte Chorwerk "Va, pensiero" aus dem dritten Akt der Oper "Nabucco" von Guiseppe Verdi, wobei es die zupackende Dirigentin geschickt verstand, die unterschiedlichen Charaktere herauszuarbeiten und gleichsam das Orchester zu frischer, ungezwungener Qualität zu motivieren.

Nachhaltigen Eindruck hinterließ auch der "Abendsegen" aus der Oper "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck. Die folgenden beiden Werke stammten aus der Tonwerkstatt von Johann Sebastian Bach. Nämlich der österliche Choral "Jesus bleibet meine Freude" und "Air" aus der Orchestersuite Nr. 3 D-Dur. Aus der Feder Joseph Haydns stammte der Chorus "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes" aus dem Oratorium "Die Schöpfung".

Freudiges Finale


Es folgte mit dem eindrucksvollen "Halleluja" aus dem Oratorium "Der Messias" von Georg Friedrich Händel eines der berühmtesten Musikstücke der christlichen Kirche und der abendländischen Kultur. Zum Finale hörten die Besucher Ludwig van Beethovens "Ode an die Freude", wobei noch einmal die volle Klangfülle des Chores zum Ausdruck kam.
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