Nacht des Musicals in der Max-Reger-Halle in Weiden
Kurz und knapp das Beste

"We will rock you"? Ja - das gelang den Darstellern nicht nur, wenn sie auf den Spuren von "Queen" wandelten.

Auch Dr. Frank N. Furter, der Held aus der "Rocky Horror Show", wollte mal mit der Zeit gehen und nicht nur Strapse zeigen. Kurzum: Der seidenbestrumpfte Transvestit hatte sich einen Bart stehen lassen. Jetzt stolzierte er zwar wie Conchita. Aber das war ihm völlig wurst bei der "Nacht der Musicals" in der Max-Reger-Halle.

Diese Nacht war am Mittwochabend auch nicht zum Schlafen da. Im Gegenteil. Schauspieler und Publikum zeigten sich ziemlich aufgeweckt. Das Feuerwerk aus schwungvoller Tanzakrobatik zündete ganz einfach. Es begann mit einem Medley aus "Les Miserables", dem gesellschaftskritischen Werk von Victor Hugo. Natürlich bekam das Publikum den Hintergrund der Geschichte nicht serviert. Die Show beschränkte sich aufs Wesentliche: auf die jeweiligen Highlights, auf die Musik. Die Darsteller tanzten sich mit Leichtfüßigkeit, Eleganz und Charme in die Herzen der 600 Besucher. Ihre Vielfältigkeit war eine Verbeugung vor den großen Musicals. Im Ensemble: Sängerin und Schauspielerin Brita A. Halder ("Dahoam is Dahoam", "Rosenheim Cops"), Tamas Szaraz ("Jesus Christ Superstar"), Johannes Beetz ("12 Tenors", "West Side Story") oder Marina Esslinger ("Lost Eden").

Es folgten "Jesus Christ Superstar" und Andrew Lloyd Webbers unverwüstliches "Das Phantom der Oper", bei dem der berühmte Maskenmann Eric und Christine mühelos die Bühne beherrschten. Einer neuen Generation der Musical-Inszenierung entstammte "Falco" mit den Welthits "Vienna Calling" und "Rock me Amadeus". Keine Musical-Parade ohne "Cats" und "Memory". Auch dabei: "Tarzan" mit der wunderschönen Musik von Phil Collins. Dann ein Leckerbissen für alle Horror-Fans: Das bissige Werk "Tanz der Vampire". Viele der Protagonisten waren schon auf großen Musical-Bühnen zu sehen. Man spürte das. Mit "Mamma Mia" ging es in die Pause.

Im zweiten Teil folgte ein Highlight dem anderen. Frische Ideen, interessante Effekte. Eine schnelle Abfolge von wunderschönen Balladen ("Evita"), schnörkellosen Rock-Nummern ("We are the Champions") und Liebesromanzen ("Time to say Goodbye") . Viel Hintergrundwissen lieferte der Abend natürlich nicht. Wie sollte er auch - bei 15 Musical-Anreißern an einem Tag. Licht an, Licht aus. Dazu marschierten die einzelnen Stücke auch viel zu flott.

Auf den "König der Löwen" folgte "Elisabeth". Dann dominierte die Musik der Gruppe "Queen". Die Show war eine Ansammlung aus Coolness, einer gehörigen Portion Komik, Entertainment und hübschen Kostümen. Man verabschiedete sich mit Udo Jürgens' "Ich war noch niemals in New York". Eine Empfehlung vielleicht, doch einmal dorthin zu reisen und einen Besuch zu wagen - in einem Musical-Theater am Broadway.
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