"Netzwerk frühe Kindheit" stellt sich Integrationsbeirat vor
Koki leistet Hilfe vor der Not

Einst betreuten Brigitte Piper und Andrea Frank im Jugendamt der Stadt Problemfamilien. Heute arbeiten die beiden Sozialpädagoginnen für das Netzwerk frühe Kindheit (Koki) mit Sitz am Stockerhutpark 1. "Damals haben wir immer wieder gesagt: Hilfe muss viel früher kommen", sagt Andrea Frank. "Koki gibt uns diese Gelegenheit." Inwiefern, erfahren die Mitglieder des Integrationsbeirats im Neuen Rathaus.

Dort stellen die beiden Frauen ihre frühe Hilfe für Schwangere sowie Familien und Alleinerziehende mit Kindern von 0 bis 3 Jahren vor. Und die kann schnell nötig sein. Frank und Piper erzählen von plötzlicher Überforderung der Eltern durch eine Zwillingsgeburt: "Das kann Eltern jeder sozialen Schicht an ihre Grenzen bringen." Oder an schwierige Situationen, wie sie eine plötzliche Krankheit von Mutter oder Kind auslösen kann. Auch minderjährige Mamas, zuletzt eine 14-Jährige, unterstützt Koki - sofern sie Hilfe benötigen.

"Diese Hilfe leisten wir unbürokratisch. Große Anträge sind nicht nötig", betont Frank. Konkret sieht das so aus: "Wir aktivieren die Familienressourcen, unterstützen, fördern und vermitteln, falls erforderlich, weiter an unsere Netzwerkpartner." Das seien beispielsweise Frauen- oder Kinderärzte, Hebammen, Schreihilfe-Ambulanzen, Eltern-Kind-Gruppen oder der Bunte Kreis.

Socken zur Begrüßung

Neben dieser Familienarbeit absolviere Koki bereits im fünften Jahr auch Vernetzungsarbeit. Die Kontakte zu Jugend- und Gesundheitshilfen, Polizei Asylbewerber- und anderen Beratungsstellen und so fort wollen hergestellt und gepflegt werden, erläutert Piper. Auch der Austausch mit Koki oberpfalzweit sei wichtig. Obendrein gilt es, Projektarbeit zu stemmen. Im Fall von Koki sind das diverse Angebote wie die Hebammensprechstunde (zwei Mal pro Monat in der Breslauer Straße 15a), das Häschenfrühstück für Eltern und Kleinkinder am Stockerhutpark 1, an dem Sitz von Koki, der Willkommensbrief an alle frisch gebackenen Mütter und nicht zu vergessen, der Info-Besuch auf der Entbindungsstation im Klinikum mit selbst gestrickten Baby-Söckchen im Gepäck.

1000 Mal frühe Hilfe

Die Arbeit der Einrichtung nach dem Motto "Aus Sorgen sollen keine Probleme werden" gefällt den Beiratsmitgliedern. Vorsitzender Veit Wagner fragt nach dem Anteil von Migranten und Asylbewerbern unter den Hilfesuchenden. Der lag laut Frank 2013/2014 bei etwa fünf Prozent. Sprachliche Probleme habe es dank Dolmetscher nicht gegeben.

Insgesamt schlugen bei Koki Weiden/Neustadt laut Frank 2013/2014 knapp 1000 Beratungen zu Buche. 367 waren intensive Beratungen, also mit längerem Kontakt. Es gab 70 intensive - sprich längerfristige - Betreuungen und 44 sogenannte Risikogefährdungseinschätzungen.
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