Neue Saison der Weidener Meisterkonzerte
Ungarisches, Böhmisches und "Gequake"

Alexei Kornienko ist eigentlich Chefdirigent der Internationalen Donauphilharmonie. Im Weidener Konzert am 12. Oktober übernimmt er diesmal den Solo-Klavierpart. Bild: Vogus

Top besetzt, abwechslungsreich und mit anspruchsvollen Programmen, so präsentiert sich die neue Saison der "Weidener Meisterkonzerte".

Als Schmankerl für all jene, die es gerne etwas üppiger mögen, gibt es in der Spielzeit des Förderkreises gleich zwei Orchesterkonzerte. Den Auftakt macht am Sonntag(!), 12. Oktober (17 Uhr), die Internationale Donauphilharmonie zusammen mit dem Philharmonischen Orchester Györ. Hauptwerk des Abends ist das Klavierkonzert Nr.2 B-Dur von Brahms, das Alexei Kornienko, Chefdirigent der Donauphilharmonie, als Dirigent wie auch als Pianist bestens kennt.

In Weiden wird er am Flügel Platz nehmen. Am Dirigentenpult steht sein Wunschkandidat Victor Sawa, der die Orchestervereinigung zuvor durch zwei selten zu hörende Werke führt. Zu Beginn erklingt die Orchestersuite aus "Dantons Tod", einer 1947 uraufgeführten Oper des österreichischen Komponisten Gottfried von Einem, gefolgt von den "Tänzen aus Galanta", in denen Komponist Zoltan Kodaly auf alte Melodien und Rhythmen ungarischer Zigeunerkapellen zurückgreift.

Beitrag zu "Pilsen 2015"

Das zweite Orchesterkonzert am 9. Mai gestaltet die Tschechische Philharmonie Prag (Leitung: Petr Altrichter), die mit Werken böhmischer Komponisten einen Beitrag zu "Pilsen - Kulturhauptstadt Europas 2015" leistet. Auf dem Programm stehen Smetanas sinfonische Dichtung "Die Moldau", die Orchestersuite aus der Oper "Das schlaue Füchslein" von Leos Janácek und Dvoráks hochromantisches Cello-Konzert h-Moll (Solistin: Alisa Weilerstein).

Zwischen den beiden Orchesterkonzerten ist Platz für vier interessante Kammermusikabende. Spannende Kontraste beschert die russische Geigerin Viktoria Mullova mit ihrem Soloabend am 7. November. Tanzsätzen von Bach stellt die experimentierfreudige Künstlerin Werke moderner und zeitgenössischer Komponisten gegenüber. Dem Originalklang verpflichtet greift sie bei Bach zur Guadagnini-Geige mit Barockbogen und Darmsaiten, die anderen Werke spielt sie auf ihrer Stradivari.

Drei junge, hoffnungsvolle Talente stellen sich zu Beginn des neuen Jahres vor. Den Anfang macht am 16. Januar das Duo Ramón Ortega Quero (Oboe) und Kateryna Titova (Klavier) mit einem spanisch-französisch inspirierten Programm, gefolgt von der chinesischen Pianistin Sa Chen, die am 27. Februar den Bogen von Chopin (Prélude cis-Moll, op.45) über Rachmaninow (Klaviersonate Nr.2 b-Moll) bis hin zu Zeitgenössischem aus China spannt. Einen Tag vor ihrem Auftritt will Sa Chen in der städtischen Musikschule einen offenen Workshop für Weidener Schüler geben.

Wie ernst ist Ernste Musik? Dieser Frage spürt das belgische Streichquartett Quatour Danel nach und serviert am 13. März "Scherze" und "Gequake" von Haydn (Streichquartette op. 33/2 und op.50/6). Ebenfalls auf dem Programm die Ouvertüre zum "Fliegenden Holländer", wie "sie eine schlechte Kurkapelle morgens um 7 vom Blatt spielt". Kein Scherz, sondern der originale Titel von Paul Hindemiths musikalischer Parodie.

Einen besonderen Abend hat man nach Saisonende noch eingeschoben. Am Montag(!), 15. Juni, spielen Sharon Kam (Klarinette), Isabelle van Keulen (Violine), Ulrike-Anima Mathé (Violine), Volker Jacobsen (Viola) und Gustav Rivinius (Violoncello) Klarinettenquintette von Reger und Brahms, bevor sie mit dem Programm ins Aufnahmestudio gehen. Die CD wird im Herbst erscheinen und kann vom Weidener Konzertpublikum zum Sonderpreis erworben werden.
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