Neue Urheber für Literaturtage
Schüler stoßen in Lücke, die Stadt hinterlässt und schlagen völlig andere Seiten auf

Schüler, Lehrer und einige Unterstützer stoßen in die Lücke, die der Stadtrat bei den Weidener Literaturtagen aufgetan hat. Sie halten einen zweijährigen Turnus für falsch, ziehen deshalb mit den Schul-Literaturtagen neue Seiten auf. Bild: Kunz
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
07.05.2016
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Schüler und Lehrer des Augustinus- und des Kepler-Gymnasiums wollen nicht hinnehmen, dass die Weidener Literaturtage aus finanziellen Gründen nur noch alle zwei Jahre über die Bühne gehen sollen. Sie schlagen neue Seiten auf. Und zwar so viele, dass man am Ende leicht ein Buch über sie schreiben könnte.

Die Freude am Lesen sinkt. 40 Prozent der Sechs- bis Dreizehnjährigen sähen täglich mehr als zwei Stunden fern. Außerdem leisten Internet und Computer ihren Beitrag, Schüler vom Lesen abzuhalten. Umso wichtiger sind Veranstaltungen, wie die Literaturtage. In Weiden zwingen Mittelkürzungen, sie nur noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. 40 Schüler und Lehrer des Augustinus-Gymnasiums finden diese Entscheidung für nicht richtig. Sie haben deshalb beschlossen, zusammen mit dem Kepler-Gymnasium Ende Juni eigene Schul-Literaturtage auf die Beine zu stellen.

Finanzielle und organisatorische Rückendeckung holen sich die Schüler und Pauker von den Buchhandlungen Stangl & Taubald und Rupprecht sowie beim Busunternehmen Wies, der Regionalbibliothek, dem City Center und der B&I Werbung sales communication.

Poetry-Slam öffentlich


Bei der ersten Lagebesprechung unter Vorsitz von Studiendirektor Thomas Kreuzer im Augustinus-Gymnasium waren neben den Schülern auch dabei: Sabine Guhl (Regionalbibliothek) und Philipp Kaufmann (City Center) sowie die Lehrkräfte Thomas Varga, Michael Brandl und Heike Bückl (Augustinus) sowie Anne Zöller und Tamara Lax (Kepler).

Eingebunden sind die Jahrgangsstufen 5 bis 11. Geplant sind über 40 Aktionen, von denen laut Kreuzer einige direkt aus den beteiligten P-Seminaren Deutsch und Fremdsprachen heraus entstünden. So gebe es Autorenlesungen mit Jaromir Konecny, der mit ausgewählten Schülern auch einen Poetry-Slam-Workshop leiten und einen Gastauftritt beim Poetry-Slam in der Tiefgarage des City Centers haben wird. Das ist übrigens der einzige öffentliche Programmpunkt.

Auch Raimund A. Mader wird lesen. Marco Baier will auf Englisch den ersten Roman seiner Harvest Wars-Reihe "Awakening" vorstellen. Zum 400. Todestag Shakespeares gibt es eine Ausstellung mit Quiz. Lehrer werden in allen erdenklichen Sprachen von Altgriechisch bis Russisch, aber auch im Dialekt, ihre Lieblingsgedichte präsentieren.

In Workshops lernen Schüler, wie man englische Gedichte professionell vorträgt. Hubert Treml wird singen und texten. Im Dunkelraum lernen Schüler das Gruseln. Ein Literat(o)urbus steuert Schätzlerbad, Parkstein und Fußgängerzone an. Das Oberstufentheater trägt in Auszügen eine moderne Fassung von Goethes Faust vor. Aus Pilsen wird eine Klasse ehemaliger Gastschüler erwartet.

Seitens der 5. Klassen des Kepler-Gymnasiums werden Sagen produziert und gestaltet. Die Vorlese-Sieger der 6. Klassen schwärmen an die Weidener Grundschulen aus. Die Fünftklässler wollen ihre Klassenbibliotheken vorstellen. Geplant sind ein "Fabel"-haftes Kasperltheater und ein Auftritt des Unterstufentheaters. Derzeit läuft eine Anfrage für eine Lesung mit der ehemaligen Kepler-Abiturientin und Buchautorin Katharina Andonie. Eine 11. Klasse will Gedichte nach den jeweiligen Epochen erstellen.

Kein Schaden ohne Nutzen


Sabine Guhl rang dem Streichkonzert des Stadtrats auch eine gute Seite ab. Kein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen. "Ich finde es klasse, was die Lücke Literaturtage hier angestoßen hat." Den Organisatoren bescheinigte sie eine logistische Meisterleistung.
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