Neues Konzept für Bayerisch-Böhmische Kulturtage
Eine Leiche reanimieren

Vor knapp einem Jahr waren die "Bayerisch-Böhmischen", wie die Kultur- und Wirtschaftstage kurz genannt werden, tot. Alle Termine für 2014 abgesagt, viele Kontakte verärgert. Doch jetzt schaut es so aus, als könnte die Tradition doch noch wiederbelebt werden.

Zur Konsolidierung des städtischen Haushalts sollten die "Bayerisch-Böhmischen" beitragen. So wollte es der Stadtrat: Nur noch alle zwei Jahre und von der Verwaltung organisiert, nicht mehr über die VHS. Eine schwierige Aufgabe für Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz und ihre Kollegin Sigrid Schneider. Schließlich führte das abrupte Ende zu vielen Verärgerungen. Petra Vorsatz drückte es drastisch aus: "Wir hatten das Gefühl, wir reanimieren eine Leiche." Als kleinen Ausgleich bekamen die beiden Kulturamts-Damen von Bürgermeister Lothar Höher ein dickes Lob für die Fülle von Veranstaltungen, die sie inzwischen managen.

Staatspreis-Trägerin

Im Kulturbeirat stellte Vorsatz jetzt die neue Konzeption der Kulturtage vor. Feste Bestandteile sind dabei die Bereiche Kunst, Literatur, Geschichte und Wirtschaft. Glas gehört zu den kulturellen Gemeinsamkeiten Bayerns und Böhmens. Deshalb werden Glaskunst-Ausstellungen mit international anerkannten Künstlern weiterhin den Auftakt der Kultur- und Wirtschaftstage bilden. Im Mittelpunkt der Eröffnung am 15. März nächsten Jahres wird dabei die Trägerin des Bayerischen Staatspreises, Josepha Gasch Muche, stehen.


Glas-Kunst-Abend. Das Konzept der "Glas-Kunst-Orte" wird in Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel durch den Glas-Kunst-Abend erweitert. Die in der Region verwurzelte industrielle Glasproduktion wird einbezogen.
Historischer Vortrag. Den soll Dr. Johannes Lachmann von der bayerischen Vertretung in Prag halten.
Literatur. Literarische Abende mit Musik werden angestrebt. Auch die "Prager Nacht" (Lesungen an ungewöhnlichen Orten) wird es wieder geben.
Jugend. Schüler des Marienbader Gymnasiums und des "Kepler" planen ein Projekt, das an einem Beispiel das Schicksal untergegangener Orte beleuchten soll.
Musik. Klassisches soll das Westböhmische Symphonieorchester Marienbad beitragen. Für Vielfalt sorgen Gruppen aus den Bereichen Volksmusik und Jazz.
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