Neustadt: Trauergottesdienst in St. Konrad
Gert Rippl erliegt Krebsleiden

Schon von der tückischen Krankheit gezeichnet: Zwei Jahre kämpfte Gert Rippl gegen seine Krebserkrankung. Am Mittwochabend starb er im Kreis seiner Familie in der Palliativstation in Neustadt. Bild: Wilck
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
11.06.2015
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Diese Krankheit konnte er nicht besiegen. Das wusste Gert Rippl seit der ersten Diagnose vor zwei Jahren. Er kämpfte und versuchte die Zeit anzuhalten. Aber dann lernte er, sich zu fügen und loszulassen: In der Palliativstation in Neustadt schloss er am Mittwochabend im Kreis seiner Familie für immer die Augen.

Am 7. Oktober hätte er seinen 70. Geburtstag gefeiert. Mit ihm verliert die Stadt Weiden eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit und einen Bürger, der sich stets kritisch zu Wort meldete.

Mit der Mehrheit zu schwimmen, das war nie sein Ding. Darin gründet sein außergewöhnlicher Erfolg und sein kometenhafter, beruflicher Aufstieg. Nahezu traumwandlerisch erahnte er neue Geschäftsfelder, die er nach seiner grundsoliden kaufmännischen Ausbildung zu beackern wusste. 1969 kam er als Assistent des Zentraleinkäufers für Hartwaren zu Conrad Electronic. Ab 1973 war er Assistent von Klaus Conrad, der ihn 1981 zum Geschäftsführer berief. Unter Rippls Regie wuchs das Unternehmen zu Europas größtem Elektronik-Versender. Als Berater, teilweise auch in Aufsichtsräten, stellte er sein Wissen auch anderen Firmen zur Verfügung. Obwohl mit vielen Großen aus Wirtschaft und Politik dieser Welt verbunden (befreundet mit Michail Gorbatschow), blieb Rippl seiner Heimat treu. Er leistete sich keine Villa, sondern bewohnte mit seiner Frau Ingrid, die er 1967 heiratete, und Sohn Harald ein Doppelhaus im Hammerweg. Den Keller hatte er einst selbst gefliest.

Mit Kreativität und Spürnase investierte er privat vornehmlich in Weiden. Er erwarb Altstadthäuser, die er sanierte und langfristig revitalisierte. Die Altstadtsanierung bleibt mit dem Namen des Trägers der Denkmalschutzmedaille und seiner Familie verbunden. Sohn Harald führt sein Werk weiter.

Sein Verkaufs- und Organisationstalent brachte Gert Rippl von 1989 bis 1992 als Vorsitzender beim Oberpfälzer Kunstverein sowie - im Hintergrund - bei Radio Ramasuri und Oberpfalz-TV ein. Zuletzt nahm er die Stadtpolitik ins Visier - mit einem Internetforum. Charmant, redegewandt, jungenhaft und spitzbübisch, manchmal auch über das Ziel hinausschießend, so wird er den Weidenern in Erinnerung bleiben. Trauergottesdienst am Montag um 14 Uhr in St. Konrad. Anschließend Verabschiedung an der Kirche.
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