Nichtmusikalisches mit Musik beschreiben

Einen besonderen Klassikabend beschert das Sinfonieorchester der Stadt Weiden seinem Publikum mit Ouvertüren und einem Flötenkonzert. Bild: hfz

Um gleich mit einem Missverständnis aufzuräumen: Bei dem Weidener Sinfonieorchester handelt es sich nicht um ein Schulorchester. Musiklehrer und engagierte Laien bereiten sich zurzeit auf ihr großes Herbstkonzert am 18. Oktober vor.

Luise Janhsen, Leiterin der Weidener Franz-Grothe-Musikschule, Jürgen Keppler, Oboist und Öffentlichkeitsbeauftragter des Sinfonieorchesters, sowie Orchesterchef Dieter Müller erarbeiten derzeit ein hochkarätiges Programm für ihr "Großes Herbstkonzert" am Sonntag, 18. Oktober, um 17 Uhr in der Max-Reger-Halle.

Ein besonderes Anliegen ist es den Verantwortlichen, dass das Sinfonieorchester sich stärker als bisher in den Köpfen der Musikinteressierten verankert. Bei der Programmvorstellung betonen sie: "Es handelt sich um kein Schulorchester, sondern hier spielen Lehrkräfte mit abgeschlossenem Studium mit engagierten professionellen Laien."

"Efterklange af Ossian"

Das diesjährige Sinfoniekonzert setzt sich mit der Idee der Programmsinfonie auseinander. Sie versucht, nichtmusikalische Inhalte mit musikalischen Mitteln zu beschreiben, beispielsweise Menschen, Sagengestalten oder Landschaften, mitunter auch Gemälde.

Das Weidener Sinfonieorchester präsentiert zu Beginn die Ouvertüre aus "Efterklange af Ossian" von Niels Wilhelm Gade. Das 1840 entstandene Werk vermischt inhaltlich die nordische Literatur mit nordisch-volksliedhafter Melodik und verschaffte dem Komponisten den nationalen, wie auch den internationalen Durchbruch. Es gehört heute zu den meistgespielten Konzert-Ouvertüren. Danach folgt das "Flötenkonzert in G-Dur" von Wolfgang Amadeus Mozart. Unter Mozarts Solokonzerten für Bläser finden sich auch zwei Konzerte für Flöte. Während Mozart seine Violin- und Klavierkonzerte in erster Linie für den Eigengebrauch geschrieben hat, sind die Bläserkonzerte meist spontan und aus kurzfristig sich bietendem Anlass für andere Solisten entstanden.

Die "Pastorale" (6. Sinfonie) von Ludwig van Beethoven gilt als Schlüsselwerk der Programmsinfonie. Als Vorläufer späterer Programmmusik hat Beethoven dieser Sinfonie die Eindrücke eines (Stadt-) Menschen in der Natur und pastoraler (ländlicher) Umgebung zugrunde gelegt. Jeder der fünf Sätze behandelt dabei eine Situation, die sich zu einem Gesamtwerk zusammenfügen.

Erst bei Drucklegung nannte Beethoven sie "Pastoral-Sinfonie oder Erinnerungen an das Landleben". Solistin des Konzertabends ist die gebürtige Berliner Flötistin Anke Trautmann. Schon während ihres Studiums erhielt sie mehrere Preise, unter anderem beim Wettbewerb der musikalischen Akademie Würzburg. 1989 ging sie als Soloflötistin zu den Nürnberger Symphonikern und 1990 gründete sie gemeinsam mit Kollegen das Ensemble "Kontraste". Als Kammermusikerin tritt sie bei internationalen Festivals und Konzerten in ganz Europa und Japan auf.

Talente gesucht

Die Veranstalter hoffen, dass sich durch den Konzertabend weitere begeisterte Orchester-Mitglieder finden lassen. Gesucht werden begabte Streicher, insbesondere auch Fagott-Spieler und Trompeter.

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Karten gibt es im Büro der Franz-Grothe-Schule in Weiden, Asylstraße 19 (Telefon 0961/34043), sowie an der Abendkasse. Schüler der Franz-Grothe-Schule erhalten Freikarten gegen Vorlage eines Schülerausweises ihrer Schule.
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