Ohne Netz und doppelten Boden

Musik aus Afrika mit (von links) Adjiri Odametey, Skurriles aus Japan mit "Coconami" und bluesige Geschichten mit Hans Theessink - all das ist auf der Kleinkunstbühne "Klein & Kunst" in Weiden zu hören. Bilder: P.W. Blauth, Gerald Von Foris, Milica Theessink

In der Max-Reger-Halle geben sich "Klein & Kunst" - der Titel der Veranstaltungsreihe täuscht ein wenig - die Hand. Mit handgemachter Musik geht die Veranstaltungsreihe in die dritte Saison.

Kunst? Ja, natürlich, zu 100 Prozent. Klein, wenn überhaupt, ist nur der Rahmen beziehungsweise die Bühne. Denn: ob Blues, Jazz, Rock oder Pop, ob bekannte Weltenbummler oder regionale Acts, die "Klein & Kunst"-Saison 2015/2016 bringt echte Riesen auf die Bühne im Untergeschoss der Max-Reger-Halle. Diese Künstler brauchen weder Netz, noch doppelten Boden. Keine meterhohen Amp-Wände, keine gigantomanische Lightshow, keine Streichorchester oder vielstimmigen Chöre - die Musiker, die bei Klein & Kunst gastieren, sprechen die reine Sprache der Virtuosität, der instrumentalen Meisterschaft, der großen Stimmen.

Dafür tritt am Donnerstag, 24. September (20 Uhr), der Münchener Pianist und Sänger Christian Willisohn den Vergleich an. Mit einer Leidenschaft für Blues- und Boogie-Woogie zählt er zu den herausragenden Persönlichkeiten der Musikszene.

Authentisch, vielseitig, gesegnet mit einer warmen erdigen Stimme - am Donnerstag, 22. Oktober (20 Uhr), gibt sich mit Adjiri Odametey ein ghanaischer Singer/Songwriter und Multi-Instrumentalist die Ehre. Der Weltmusiker ist einer der beeindruckendsten Vertreter afrikanischer Gegenwartsmusik.

Einen nicht ganz so weiten Weg muss am Donnerstag, 12. November (20 Uhr), Martin Kubetz nach Weiden antreten. Der Oberpfälzer präsentiert "Kubetz sings Cohen" - eine abendfüllende Hommage mit Balladen und Rock Songs seines großen Vorbilds. Ausgefeilte Klavierarrangements werden begleitet von einer feinfühligen wie kraftvollen Stimme, die tief in die Lyrik Cohens eintaucht.

"Christmas Soul in a funky way" - der Donnerstag, 17. Dezember (29 Uhr), verspricht viel und wird wohl noch mehr halten. Toby Mayerl und Michael Deiml (Los Dos y Companeros) machen mit Ashonte "Dolo" Lee gemeinsame - weihnachtliche - Sache, um als Formation Tanquoray das Herz der Zuhörer im (Schnee-)Sturm zu erobern.

Coconami, das klingt japanisch, das ist japanisch. Das Duo Miyaji und Nami stippvisitiert Weiden am Donnerstag, 14. Januar (20 Uhr), sind allerdings so gar nicht Nippon-like instrumentiert: die langjährigen Wahlmünchener bearbeiten zwei Ukulelen und eine Blockflöte, dazu gibt es vielstimmigen Gesang. Da treffen japanische Songs auf Klassiker in Englisch, Bairisch, Deutsch und Italienisch. Prädikat: besonders schräg, aber saugut.

Markus Rill reist am Donnerstag, 21. Januar (20 Uhr), mit kleinem Gepäck an. Seine Gitarre, dezentes Picking, und eine unverwechselbare warme und dunkle Raspel-Stimme - das genügt vollkommen für seine mitreißende Version handgemachter Musik. Sein Repertoire ist ungemein variabel: ein bisschen Rock, eine Prise Country, dazu ein Schuss Folk und eine große Portion Soul - Rock'n'Roll halt.

Am Donnerstag, 25. Februar (20 Uhr), empfängt ein Großmeister des Roots-Rocks seine Gäste. Bernd Rinser ist ein Mann mit rauer Schale und empfindsamen Kern, irgendwo zwischen Townes van Zandt, Johnny Cash und Willy DeVille. Seine handwerklich perfekt komponierten Songs sind so überzeugend wie authentisch und doch voller Herztöne.

Family Business ist am Donnerstag, 10. März (29 Uhr), angesagt: Auf der einen Seite Richard Bargel, Urgestein der deutschen Blues-Szene, auf der anderen Seite Fabio Nettekoven, ein ausgefuchster Instrumentalist. Blues ist ihr Hauptgeschäft, doch sie haben auch Folk, Rock, Country, Tex-Mex, Zydeco, Latino und europäische Chanson-Tradition im Gepäck.

Highlight-Alarm! Am Donnerstag, 14. April (20 Uhr), beschenkt Hans Theessink die Oberpfälzer mit einem Sonderkonzert. Blues Aficionado dürften mit der Zunge schnalzen. In bester Erinnerung ist sein Wohlfühl-Blues, den er schon einige Male beim Weidener Kleinkunstsommer "Live im Stadtbad" zelebriert hat. Mit seiner sonoren Stimme, seinem unverkennbaren Gitarrenstil und seinem lässigen Groove ist Theessink weltweit gefragt.

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unterTelefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0 sowie www.nt-ticket.de und Abendkasse. Schüler und Studenten erhalten 50 Prozent Ermäßigung.
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