Ramón Ortega Quero und Kateryna Titova überzeugen bei den Weidener Meisterkonzerten
Fulminanter Abend mit Oboe und Klavier

Kateryna Titova und Ramón Ortega Quero begeisterten. Bild: Wilck
Allmählich füllte sich der Gustl-Lang-Saal in der Max-Reger- Halle mit erwartungsvollen Zuhörern. Ein reichhaltiges wie kostbares Programm hatten Ramón Ortega Quero, Oboe, und Kateryna Titova, Klavier, vorbereitet, das bekannte Melodien ebenso wie Raritäten enthielt. Und die bekannten Melodien ertönten nicht unbedingt in der üblichen Besetzung.

Kontrastreich

Das galt schon für die drei Eröffnungsstücke, die Sätze "Cádiz, Granada, Sevilla" aus der "Suite espagnola op 47/4,1,3" von Isaac Albéniz, die vom ersten Ton an für den Oboisten und seine rhythmische Musikgestaltung einnahmen. Mit schönem runden Ton gestaltete er die langsamen, eher elegischen Passagen ebenso eindringlich wie die schnelleren, tänzerisch durchgestylten Teile.

So das eher meditativ langsame Satzbild von "Cadiz", die hehre Melodie von "Granada" und schließlich die Darbietung von "Sevilla" mit feuriger Oboen-Melodie, unterstützt von exakter Klavierbegleitung.

Ist die Musik von Albéniz von spanischer Folklore geprägt, so geht die "Sonatine für Klavier" von Maurice Ravel die Wege des Impressionismus. Anfang des vergangenen Jahrhunderts geschrieben, enthält sie akkordische wie melodiöse Neuklänge in langsamer oder wie im "Animé"- Satz rasanter Tonfolge. Ein tadelloses Spiel von Kateryna Titova.

Wieder anders die Tongestaltung in der folgenden "Sonate für Oboe und Klavier op 185" von Francis Poulenc. Auch hier ein elegischer Beginn, jedoch mit gänzlich anderer Melodiegestaltung. In schnellstem Tempo eilte das "Scherzo" vorüber. Daran änderte auch die Hymne des Mittelteils kaum etwas. Zügig letztendlich der Schlusssatz, der nochmals schön dargestellten Tonfolgen huldigte. Ramón Ortega Quero zeigte sowohl großartige Virtuosität als auch stets passendes Tonempfinden.

Nach der Pause folgt zunächst wieder spanische Musik. Mit wilder Einleitung wird "El Amor brujo" von Manuel de Falla eröffnet, dann folgen schnelle Kurz-Sätze in tänzerischer Manier, durchsetzt mit lyrischen Passagen. Beides charakterisiert den "Liebeszauber" andalusischer Prägung. Das interessante neue Arrangement bekannter Melodien gab der Oboe beste Möglichkeiten zu tonreicher Gestaltung.

Intensiv und virtuos

Und wieder folgte französischer Impressionismus: "Alborada del gracioso", die Nummer 4 aus den "Miroirs" von Maurice Ravel, ertönte in tonaler Modernität wie gesanglicher Intensität, die Kateryna Titova glaubhaft vermittelte. Hatte man geglaubt, die Poulenc-Sonate erreiche die Spitze der Virtuosität, belehrten der Oboist und die Pianistin ihre Zuhörer eines Besseren.

Die "Carmen-Fantasie" von Georges Bizet in der Bearbeitung (eigentlich für Flöte und Klavier) von Francois Borne enthielt besonders für das Blasinstrument in ihren Variationen solch wahnsinnig schnelle Passagen, dass das Publikum mit Recht am Schluss besonders heftig Beifall spendete. Als Zugabe erklang das "Ave Maria" von Franz Schubert.
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