Richard Bargel bei Klein & Kunst
Songs mit Leben und Seele

Als Gitarrenvirtuosen und echte Vollblutmusiker präsentierten sich Richard Bargel (links) und Fabio Nettekoven in Weiden. Bild: stg

Das ist so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann - aber wahrlich kein "Mist": Guter handgemachter Blues, ein bisschen Folk, etwas Country. Bester "Americana"-Stil, wenn man so möchte. Mit dem Auftritt von Richard Bargel und Fabio Nettekoven bietet die "Klein & Kunst"-Reihe einen ganz besonderen musikalischen Leckerbissen.

"It's crap" - es ist Mist - heißt der jüngste Tonträger aus der Feder des 65-jährigen Kölner Songwriters. Der Titelsong fehlt natürlich auch in Weiden nicht: Bargel singt von schlechter Musik im Radio, furchtbaren Fernsehsendungen, T-Shirts, die in kürzester Zeit ausgewaschen sind, Superstars aus Casting-Shows, und Fastfood, der im Magen liegt. "Mist" eben. Die räumliche Nähe zwischen den Zuhörern und den Künstlern im Untergeschoß der Max-Reger-Halle kommt Bargel entgegen: Schon mit dem ersten Lied sucht er den Kontakt zum Publikum, erzählt kleine Geschichten über die verschiedenen Songs und sich, gibt in den "Stimmungspausen" auch Gedichte aus eigener Feder zum Besten. Kurz: Bargel und Nettokoven fühlen sich offensichtlich wohl bei dem fast schon intimen Konzert. Dass Bargel mit einer Erkältung zu kämpfen hat, merkt man ihm musikalisch nicht an. Verstopfte Nase und rauhe Stimme machen den Gesang nicht schlechter.

Echte Vollblutmusiker


Zwei Gitarrenvirtuosen und echte Vollblutmusiker sind es, sie sich da auf der Bühne perfekt ergänzen, die musikalisch Generationen überwinden. Authentisch sind die Lieder Bargels, mal sind sie kritisch, mal mit einer Prise Humor gewürzt, manchmal pulsierend vor Leben, mal auch melancholisch-düster. Mit seiner tiefen Stimme aus dem Blues-Bilderbuch verleiht Bargel den Songs nicht nur ein Eigenleben, sondern auch eine Seele.

Mit Zwischenapplaus


Und das Publikum in Weiden lässt sich gerne anstecken - "Autumn Blues", "Last one in the row", "Stray Cat". Wenn er die schottische Landschaft mit grauem Nebeln, aufgehender Sonne und Krähen, die übers Land ziehen, besingt, dann entstehen Bilder in den Köpfen des Publikums.

Und die Zuhörer sparen nicht mit Zwischenapplaus für die beiden Musiker. Nettekoven macht neben der Gitarre übrigens auch an Ukulele und Mandoline eine hervorragende Figur. Auch eine a-cappella-Nummer fehlt nicht, bei der das Publikum klatschend die Instrumentalbegleitung übernimmt und Bargel schließlich auch durch die Reihen geht. "I Sho' Do Love The Blues" steht auf dem blauen Aufkleber, den Bargels Gitarre ziert. Ja, an Abenden wie diesen, liebt man nicht nur den Blues, man kann sich auch ganz frisch in ihn verlieben.
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