Rinko Hama und Ruben Meliksetian beenden Max-Reger-Tage mit vielfältigem Repertoire
20 Finger tanzen über 88 Tasten

Mit dem Konzert von Rinko Hama (links) und Ruben Meliksetian gingen die Max-Reger-Tage am Sonntag zu Ende. Bild: Tietz
Bei der letzten Veranstaltung der Max-Reger-Tage sind es musikalische alte Bekannte in einem gelungenen neuen Klanggewand, die das Publikum begeistern sollen. Rinko Hama und Ruben Meliksetian spielen am Sonntag große Orchesterwerke in einer Fassung für Klavier vierhändig in der Max-Reger-Halle.

Das Programm beginnt mit der "Romantischen Suite" op 125 von Max Reger, bearbeitet von Johannes Doebber für das vierhändige Klavier. Die meisten sinfonischen Werke wurden damals, vor der Erfindung von mechanischer Wiedergabe, für das Klavier arrangiert, damit sie daheim nachgespielt werden konnten. Um die Klangbreite recht umfassend wiederzugeben, sollten vier Hände möglichst viele der sinfonischen Töne spielen. Regers Werk umfasst "nur" drei Sätze, die aber jede Menge romantische Stimmung und verhaltene Virtuosität innehaben. Die Melodie des "Molto sostenuto" beginnt leise, wird aber durch etliche Stimmungen zu einem glanzvollen Abschluss moduliert.

Beide Pianisten schaffen eine Einheit des Spiels, die bewirkt, dass die Musik wie fürs Klavier geschrieben ertönt. Rasch und tänzerisch im Duktus zieht das "Scherzo vivace" in unterschiedlichen Stimmungen vorüber. Stimmungsvoll beginnt auch das "Finale" und gewinnt Kraft in einer allmählichen Steigerung des Tonvolumens und der Klangdifferenzierung bis hin zum machtvollen Schluss. So sehr Verständnis fordernd wie dieses Werk sind die bekannten Kompositionen nach der Pause nicht. Die Zuhörer genießen die Tondichtung "Die Moldau" aus dem Zyklus "Mein Vaterland" von Bedrich Smetana, die hinreißend vierhändig vorgetragen wird.

Ebenso überzeugen die Jagd im Wald, die Bauernhochzeit, der Nymphenreigen im Mondschein als anmutige Tongemälde. Heftig wird es bei den St.-Johann-Stromschnellen. Aber auch die werden souverän gemeistert und der Fluss strömt schließlich breit dahin bis zur Mündung in die Elbe. Eine Glanzleistung von Hama und Meliksetian.

Auch zu den nächsten Stücken hat der Komponist selbst vierhändige Arrangements verfasst. Die "Slawischen Tänze" op 46 von Antonin Dvorak waren sogar ursprünglich für Klavier, wurden erst dann orchestriert. Sie zeichnen sich durch unglaubliche Vielfalt der Stimmungen aus. Jeder der böhmischen Tänze zeigt Lebensfreude, ob es sich um einen "Furiant", eine "Polka" oder "Springtänze" (Nr. 5 und 7) handelt. All diese Tänze erklingen in der Spielweise beider Künstler ausdrucksvoll eigenständig und rufen am Ende begeisterten Beifall hervor. Zwar weisen sie nicht orchestrale Klangfarben auf, aber die sorgsam gestalteten Klänge des Klaviers überzeugen in ihrer Spielweise ebenso.

Zugaben gibt es auch noch. Zuerst eine Tonfolge aus dem Schlusssatz der "2. Orchstersuite h-moll" BWV 1067 von Johann Sebastian Bach. Die "Badinerie" huscht so schnell vorbei, wie sie gemeint ist. Der "Slawische Tanz" op 72/2 von Dvorak folgt verhalten und doch edel melodiös, wie es die Ansage "Allegretto grazioso" vorgibt. Damit gehen die 17. Weidener Max-Reger-Tage so abwechslungsreich wie gedacht zu Ende.
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