Roland Kaiser (62) ab April auf Tournee
Roland Kaiser spürt noch das Kribbeln

Karten für die Konzerte der "Seelenbahnen"-Tour von Roland Kaiser im Mai in Nürnberg und München gibt es beim NT/AZ-Ticketservice unter 0961/85550 und 09621/306230. Bild: Paul Schirnhofer

Seine Hits wie "Santa Maria" oder "Joana" gehören zu den großen Schlager-Ohrwürmern. Roland Kaiser (62) wird auf seiner Tournee ab April das Beste aus seiner 40-Jährigen Bühnenerfahrung präsentieren. Im Gespräch mit unserer Zeitung verrät der Sänger, warum für ihn jeder Abend vor seinen Fans immer noch ein unvergleichliches Erlebnis ist.

Seine Zuhörer auf den Konzerten werden immer jünger, stellt Roland Kaiser nicht ohne stolz fest. "Das ist mein Vertrag mit der Zukunft", erzählt der 62-Jährige. Kaiser ist eine feste Größe in der Schlagerszene. Am 3. Mai singt er in der Nürnberger Meistersingerhalle, am 4. Mai im Münchener Circus Krone.

Herr Kaiser, Sie spielen 21 Auftritte in nicht mal 30 Tagen. Ein ganz schöner Marathon ...

Kaiser: Ich empfinde es nicht als Last, sondern als große Gunst. Ich habe jeden Abend die Chance, dass die Leute zufrieden nach Hause gehen. Das ist doch toll.

Sie stehen seit 40 Jahren auf der Bühne. Empfinden Sie noch so etwas wie Lampenfieber?

Kaiser: Sagen wir mal so, ein Kribbeln ist natürlich da. Es ist immer eine Herausforderung, sein Bestes zu geben. Das versuche ich jeden Abend.

Platz für Improvisationen


Wie viel Platz bleibt noch für Improvisationen bei Ihrem Programm?

Kaiser: Natürlich steht das Gerüst auf der Tour. Aber man hat immer die Möglichkeit, auf Zwischenrufe aus dem Publikum zu reagieren. Das ist das Salz in der Suppe.

Ist ihr Publikum mit Ihnen gereift?

Kaiser: Ich habe ein extrem junges Publikum! Wenn ich zum Beispiel im August diesen Jahres am Elbufer in Dresden viermal vor jeweils 12 000 Leuten spiele, ist das eine richtige Party. Die jungen Leute haben ein ganz unverkrampftes Verhältnis zum Schlager und zur deutschen Sprache.

Der Schlager boomt. Ihre Kollegin Helene Fischer füllt die großen Stadien.

Kaiser: Ja, ich finde das super. Die Menschen haben kein Schubladendenken mehr. Die gehen auf die unterschiedlichsten Konzerte. Heute zu Bryan Adams, morgen zu Andrea Berg.

Weniger Show, mehr Musik und Moderation


Helene Fischer setzt auch viel auf den Show-Faktor. Ist das bei Ihren Konzerten auch zu erwarten?

Kaiser: Nein, wenn ich wie Helene durch die Halle fliegen würde, würde das bestimmt nicht gutgehen (lacht). Ich setze bei meinen Auftritten mehr auf die Musik, die Moderation und auf die persönliche Ansprache der Fans.

Ihr Kollege Heino ist als Juror mit Dieter Bohlen bei "Deutschland sucht den Superstar" aktiv und persifliert außerdem Rock-Lieder. Wäre so etwas für Sie denkbar?

Kaiser. Nein. Jeder kann natürlich das tun, was er möchte. Aber er muss dann auch mit den Reaktionen leben. Heino war damit erfolgreich. Aber ich denke das geht nur einmal gut.

Vor kurzem sorgte Andreas Kümmert beim Eurovisions-Vorentscheid für Aufsehen, als er trotz seines Sieges erklärte, nicht in der Endausscheidung für Deutschland antreten zu wollen. Haben Sie dafür Verständnis?

Kaiser: Das ist doch bloß ehrlich. Besser, als wenn er erst in Wien gemerkt hätte, dass er das nicht schafft. Ich habe davor großen Respekt. Kümmert hat wohl gemerkt, dass er dem Druck nicht standhält. Das muss doch jeder für sich selbst entscheiden.

Kritische Einstellung zu sozialen Medien


Sie habe einen Facebook-Auftritt, sind in den sozialen Medien ziemlich aktiv. Ein unverzichtbares Instrument für Künstler?

Kaiser: Ich habe da eine kritische Einstellung, Für mich ist das kein Dogma. Nachdem ich bei einer Kundgebung für Toleranz in Dresden gesprochen hatte, kamen von der Pegida-Seite viele Verunglimpfungen. Ich ignoriere das. Aber das Internet ist natürlich für viele Heckenschützen die Möglichkeit, Dampf abzulassen.

Sie leben in Münster, haben hier beim Tatort in der ARD mitgespielt. Ein einmaliger Ausflug in die Schauspielbranche?

Kaiser. Ja. Es hat Spaß gemacht, aber ich werde das nicht wiederholen. Die Münsteraner lieben Ihren Tatort. Die Sendung hat das positive Image der Stadt nachhaltig unterstützt. Es ist eine junge Stadt mit vielen Studenten. Ich lebe gerne hier.
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