Rudolf Schieder verstorben
Jedes Bild ist Teil seines Lebens

Rudolf Schieder. Bild: Wilck
Weiden.(wd) Die Malerei hielt ihn jung. Noch mit 85 Jahren stand Rudolf Schieder an der Staffelei. Doch langsam beeinträchtigten ihn dann die Gebrechen des Alters. Das Augenlicht schwand. Und auch das Hörvermögen nahm ab. Auf eine große Feier zu seinem 95. Geburtstag verzichtete die Familie. Am 15. April starb der überregional bekannte Künstler, der mit seinen Werken auch in Museen vertreten ist. Viele seiner großformatigen Ölgemälde sind in öffentlicher Hand. Es ging ihm nie ums "Bildermachen, sondern um die Kunst".

Seine Mutter stammte aus Leuchtenberg. Obwohl er in Essen aufwuchs, war in ihm die Liebe zur Oberpfalz eingepflanzt. In Leuchtenberg wird er am 25. April (Eucharistiefeier um 10 Uhr) zur letzten Ruhe gebettet. Hier hat er auch Spuren hinterlassen: Der Kreuzweg in der Friedhofkapelle ist sein Werk.

Der gelernte Industriekaufmann studierte klassischen Gesang, spielte während des Krieges an Fronttheatern. Als vereidigter Dolmetscher der Militärregierung kam Schieder nach Weiden zurück. Anschließend wechselte er als Angestellter in die Weidener Filiale der Landeszentralbank.

Schon als 16-jähriger war er von der Kunst infiziert. Als Autodidakt brachte er sich sein Können bei. Er gilt als überzeugender "Meister der Moderne". Die Anregungen für seine Bilder holte er sich meist in der Natur. Umgesetzt hat er dann seine Eindrücke in langen Nächten.

Früh "befreite" er sich von naturalistischen Stil, arbeitete "klassische expressiv", wie er selbst sagte. Der reine Expressionismus schien ihm wiederum "zu brutal". Rudolf Schieder, "gemanagt" von seiner Frau Erika (sie feierten im Februar mit den drei Kindern sowie den Enkeln diamantene Hochzeit), beherrschte eine große Bandbreite der verschiedenen Techniken. Er spachtelte seine Ölgemälde, verwendete Steindruck, Kupferstich und Holzschnitt. Es entstanden Bilder von emotionaler Kontrast- und Monumentalwirkung. Schieder überraschte immer wieder mit einem Feuerwerk von Farben und Gefühlen. Über ein Dutzend Mal stellte er in Spanien aus. Auch in England, Korea und Amerika waren seine Arbeiten zu sehen.

Der Kunstmaler und Grafiker gehörte 1962 zu den Gründungsmitgliedern des Oberpfälzer Kunstvereins (OKV), zu dessen Ehrenmitglied er längst ernannt ist. Er ist Träger der höchsten Auszeichnung des OKV, der goldenen Ehrennadel mit Brillant. 1989 erhielt Rudolf Schieder den Förderpreis vom Medienhaus "Der neue Tag/Amberger Zeitung".
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