Schätze aus Pharaos Werkstatt
Jubiläumsausstellung im Keramikmuseium eröffnet

Auch ein wenig nachdenklich: Schirmherr OB Kurt Seggewiß mit Dr. Sylvia Schoske (Mitte) und Museumsleiterin Stefanie Dietz. Bild: ske
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
17.12.2015
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Wie und womit haben die alten Ägypter gewerkelt? Einblicke gewährt eine Ausstellung im Keramikmuseum. Für die Einrichtung ist sie eine Art Geburtstagsgeschenk.

"Ich kenne meine Weidener, sie werden sicher zahlreich in die neue Ausstellung kommen." Davon zeigte sich Dr. Sylvia Schoske, Leitende Direktorin des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst München, überzeugt. Bei der Vernissage zur Ausstellung "Aus Pharaos Werkstatt - Handwerk und Material im alten Ägypten" bedauerte sie, dass man das Internationale Keramikmuseum bei seiner Gründung vor 25 Jahren nicht korrekt "Museum internationaler Keramik" genannt habe. Der Fehler sei nach all den Jahren zu vernachlässigen, rege den kritischen Beobachter jedoch bis heute zum Nachdenken oder Schmunzeln an.

Die Jubiläumsaustellung des Münchener Museums wurde jetzt zum 25. Geburtstag des Internationalen Keramikmuseums in Weiden eröffnet. Bis zum 10. April gibt sie einen Überblick über nahezu alle wichtigen Materialien und Werksverfahren des alten Ägyptens. Im Vordergrund stehen bewusst nicht die Herrschenden, die Auftraggeber, die bedeutenden Persönlichkeiten ihrer Epochen, sondern die Menschen "hinter den Persönlichkeiten": die Handwerker, die große und kleine Baukunstwerke und Gebrauchsgegenstände schufen.

200 Objekte ausgestellt


Dabei geht die Präsentation verschiedenen Leitfragen nach. "Welche Gesteine wurden für Statuen verwendet?", "Wie entstanden feine Leinenstoffe?", "Kannten die Ägypter bereits eine Töpferscheibe?" oder "Seit wann konnte man Glas herstellen?". Rund 200 Objekte sind ausgestellt. Die Stücke gewähren einen Einblick hinter die Kulissen der ägyptischen Werkstätten. Gesteine werden gezeigt, die Herstellung von Statuten und Gefäßen erläutert. Einige Gefäße wie das größte bekannte Goldband-Alabastron schildern die Geschichte der Glasproduktion über eineinhalb Jahrtausende hinweg. Aus vier Jahrtausenden stammen Objekte aus dem ältesten Werkstoff der Menschheit, dem Ton.

Dr. Schoske verweist stolz darauf, dass die Stücke nicht etwa aus "Keller-Beständen" des Museums in München stammten, sondern nach dessen Umgestaltung einen prominenten Platz in der Dauerausstellung einnehmen. Der Schirmherr der Ausstellung, OB Kurt Seggewiß, betonte die Einzigartigkeit der Objekte. Und verwies darauf, dass Terroristen zahlreiche Schätze des Altertums unwiederbringlich zerstörten. "Es ist bitter, was derzeit zerstört wird. In Europa erhalten wir die Schätze Mesopotamiens." Dr. Angelika Nollert, Direktorin der Neuen Sammlung München, gratulierte ebenfalls zum Jubiläum des Weidener Zweigmuseums und stellte weitere interessante Präsentationen in Aussicht.
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