Schick in bequemer Kleidung: So feiern die Amerikaner in der Oberpfalz Thanksgiving
Truthahn in Cranberry-Soße bei den Brownings

Seit vier Jahren leben Phillip (20), Lorelai (21), Henry (45) und Lorenna Browning (47) (von links) in Deutschland. Thanksgiving feiern sie zusammen mit Freunden. Bild: spi
Weiße Stoffservietten mit goldenen Ringen liegen feinsäuberlich drapiert neben den Porzellantellern. In der Küche von Familie Browning stapeln sich Schüsseln voll Kartoffelpüree, grüner Bohnen, Cranberry-Soße und Süßkartoffeln mit geschmolzenen Marshmallows. Im Ofen gart der Truthahn. Heute feiern die Amerikaner Thanksgiving - auch in der Oberpfalz. Schon seit zwei Tagen laufen die Vorbereitungen für das große Fest mit der Familie und den Freunden. Die vielen Lebensmittel müssen gekauft und zubereitet werden. Vater Henry Browning kümmert sich um das Herzstück des Tages - den Truthahn.

"In den Truthahn kommen Apfelstücke, Zwiebeln und eine Füllung aus Maisbrot-Würfel, Milch und Petersilie", verrät der 45-Jährige einen Teil des traditionellen Familien-Rezeptes. "Die Haut wird mit Öl und Gewürzen eingerieben. Dann muss er vor dem Essen rund acht Stunden in den Ofen." Bei sehr vielen Gästen reiche ein Truthahn nicht. Der zweite werde mit viel Öl in einer tiefen Pfanne gebraten. Für rund eine Stunde.

Gemeinsam kochen

Beim Kochen und Zubereiten helfen alle mit - Mutter Lorenna, Tochter Lorelai, Sohn Phillip und auch die vielen Freunde. "Vor zwei Jahren waren bestimmt 50 Gäste zu Thanksgiving hier", erzählt die 47-jährige Mutter stolz und zeigt zum Esszimmer. "Das war ein sehr schönes Fest mit vielen Freunden. Wenn man sich nicht so oft sieht, hat man sich viel zu erzählen. Das ist das Schönste, das Beisammensein."

In Amerika sei Thanksgiving mehr ein Familienfest, in Deutschland werde eher mit den Freunden gefeiert. Das liege allerdings daran, dass nicht die gesamten Familien der Soldaten in Deutschland leben. "Die Großeltern, Tanten, Onkels und Cousinen bleiben ja in Amerika", sagt Vater Henry traurig. "An solchen Tagen denken wir ganz viel an unsere Familie. Aber unsere Freunde gehören mittlerweile einfach dazu." Das merkt man vor allem daran, dass die Freunde beim Kochen und Zubereiten der 20 verschiedenen Speisen helfen.

"Das ist ein ganz großer Teil von Thanksgiving - das gemeinsame Kochen. Und natürlich das Essen. Es dreht sich alles ums Essen", lacht Mutter Lorenna. "Da sollte man sich bequeme Kleidung anziehen. Sehr schick, aber bequem. Ein Kleid und Leggings dazu zum Beispiel. Damit genug in den Magen passt", grinst sie und streift ihr Kleid glatt. "Um 15 Uhr beginnen wir meistens mit der Hauptspeise. Der Truthahn wird vom Gastgeber hereingetragen und serviert." Zum Dessert gebe es zum Beispiel "Pumpkin-Pie" (Kürbiskuchen).

Football und Domino

Nach dem üppigen Essen spielen die Brownings meistens Domino oder Karten. Aber was nicht fehlen darf, ist das gemeinsame Gucken der Thanksgiving-Parade in New York. Und Football. "Um 18 Uhr gehen die ersten Gäste wieder", beschreibt die 47-Jährige den Tagesablauf weiter. Was die Gastgeber dann machen? "Clean (Aufräumen)", rufen Lorenna und Henry Browning gleichzeitig und nicken sich lachend zu.

"Wenn viel Fleisch und Beilagen übrig bleiben, gibt es am nächsten Tag Truthahn-Sandwiches", erklärt Mutter Lorenna. "Nach Thanksgiving räumen wir auch die Körbe mit der herbstlichen Dekoration weg. Die Plastikkürbisse und die orange-roten Blätter machen Platz für Weihnachtsdekoration in den Farben Grün und Rot.
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