Schönheit auf dem Stundenplan: 19-jähriges Mannequin hält Kunstunterricht am ...
"Topmodel" Lovelyn: Lehrerin vom Laufsteg

Zu den zeitlosen Mysterien an Schulen gehört, dass unerklärliche gesundheitliche Unpässlichkeiten besonders gerne auftreten, je näher das Wochenende heranrückt. Insofern hat sich an diesem Freitag, in der fünften Stunde gar, im Augustinus-Gymnasium Erstaunliches zugetragen. Zum Kunstunterricht ist die elfte Klasse in Bestbesetzung angetreten. Und "wenn welche krank gewesen wären, die wären heute wohl auch gekommen", wie Schülerin Carina Koppers mit einem Grinsen sagt. Ihren Platz in der Stunde hätte sie vermutlich gegen gutes Geld auch verkaufen können. "Ich bin ein paarmal gefragt worden, ob ich tauschen möchte." Auch vor dem Zeichensaal bildet sich bis zum Schlussgong eine Traube aufgeregter Schüler, die Smartphones für Fotos gezückt.

Mittendrin steht Lovelyn Enebechi und zeigt sich auch bei der x-ten Bitte um ein Selfie mit ihr gut gelaunt. Die 18-Jährige ist so etwas gewohnt, seit ein Fernsehsender sie 2013 zu "Germany's next Topmodel" kürte. Um diese Kernkompetenz geht es am Freitag aber nicht in erster Linie. Enebechi spricht vielmehr mit den Schülern über Schönheit - eben das Thema, das die elfte Klasse in diesem Jahr im Kunstunterricht behandelt. Die Idee, dazu ein Model zu befragen, hatte Lehrerin Birgit Zimmermann. Sie fragte dafür bei der Jugendzeitschrift "Spiesser" nach, die von der Idee angetan war, die Schulstunde organisierte und in seinem Heft vom 23. Februar darüber berichten will. Angetan von der Idee sind auch die Elftklässler. "Das ist was ganz Besonderes", sagt Sophia Duschner. "Interessant, mal einen Promi kennenzulernen", meint Stefan Teichner. Für Enebechi selbst war der Ausflug ins ungewohnte Fach "cool. Es hat Spaß gemacht, weil ich selbst früher Lehrerin werden wollte". Nur kam nunmal die Model-Karriere dazwischen. Für sie heißt das nach der Stunde denn auch: weiter, Mode präsentieren in Köln. Vom Lehrerdasein zurück auf den Laufsteg.
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