Schriftstellerin Marianne Ach stellt im Kunstbau Foto-Collagen aus und liest aus ihrem Werk
Sprachbilder treffen auf Bildsprache

Marianne Ach stellt im Kunstbau Foto-Collagen aus und liest bei der Vernissage auch ausgewählte Lyrik und Prosa aus ihrem Werk. Bild: otj

(otj) Aus Bildern ein neues Kunstwerk zu erschaffen - das eint die Mittel der Lyrik und die der bildenden Kunst. Marianne Ach ist zwar in erster Linie Schriftstellerin, findet aber auch in Collagen und Fotografien einen Zugang zu ihrem lyrischen Ich. Nun eröffnete Irene Fritz im Kunstbau eine Ausstellung der Künstlerin, in der sie eine leichtere, sogar humorvolle Seite von sich zeigt. In ihren Fotomontagen erschafft sie paradoxe Situationen, die von der gelernten Wahrnehmung der Welt abweichen.

Da sind die Schüler, die in einer Schlange stehend Fische in den Händen halten. Oder ein Angler, der ein Boot am Haken hat. Sich selbst stellt Ach augenzwinkernd mit Flossen an den Füßen dar. In ihren Schattenbildern vereint die Künstlerin Illusion und Materialisiertes.

Auch wenn ihrer Kunst eine besondere Tiefe zuzuschreiben ist - von Haus aus ist Marianne Ach Schriftstellerin. So kamen die Besucher der Vernissage nicht nur in den Genuss der Bilder, sondern hörten auch Gedichte und kleine Prosastücke aus ihrem Werk. Darin verarbeitet sie ihr Leben, das von der Nachkriegszeit in Eslarn geprägt ist. Ohne Vater aufgewachsen, von einer engen Dorfwelt und strengen Frauenbildern geprägt, fallen die Texte düster und pessimistisch aus. Vielleicht sind die farbigen, teils skurrilen Collagen ein Ausgleich zu den dunklen Bildern, die sie mittels Sprache kreiert. Die Ausstellung mit dem Titel "Ich schüttle einen Apfel vom Traum" ist noch bis 18. Dezember zu sehen.
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