"Sing out" unterhält zugleich mit Work out auf der Bühne
Singen und schwitzen

Kniebeugen bitteschön! Drill Sergeant Markus Schuller (rechts) kann nicht zum verarmten Landadeligen durchdringen. Der hat sich nämlich Gutscheine gekauft. Plagen muss sich für ihn Rudi Kreuzer. Armin Steinhauser blickt im Hintergrund skeptisch drein. Bild: Kunz

Es war eine kluge Entscheidung der Besucher, sich am Samstagabend gegen den "Eurovision Song Contest" zu entscheiden und sich stattdessen einige A-capella-Comedy-Nummern der "Sing out"-Formation im Vereinshaus reinzuziehen. Hier litt man zwar "Atemnot" - so das Motto des Abends -, man brauchte sich aber nicht, wie in Stockholm, auf den letzten Platz ausbremsen lassen.

Mit Bierbauch zum Tiger


Im Gegenteil: Armin Steinhauser, Gregor Schraml, Johannes Grünbauer, Markus Schuller, Rudi Kreuzer und Uli Roth setzten auf Sieg. Selbst wenn sie sich ihre Orden und Preise auf schweißtreibende Weise erarbeiten mussten. Mit "Born to be wild" ging's zwar wild los. Aber schnell war klar: Steppenwölfe sind das keine mehr, die sechs in die Jahre gekommenen Männer aus dem Großraum Krummennaab. Weder waren sie fit noch körperlich in Form.

Was sich im Laufe der zweieinhalb Stunden aber rasch ändern sollte. Die einzelnen Figuren waren präzise gezeichnet, trugen auch die entsprechenden Kostüme. Im Mittelpunkt stand ein behäbiger Bierbauch-Chor, der sich verbissen bei "In the army now" von einem Drill-Sergeant (Markus Schuller) mit harter Hand wieder auf Vordermann bringen lassen wollte. "Eye of the Tiger". Denn selbst dem behäbigsten Sänger war klar, dass er zum Singen kein überflüssiges Fett, sondern Luft braucht. Der eine war zu "wampert", ihm wurde eine Schwimmkur verordnet. Der andere zeigte Schwächen, musste boxen. Wieder ein anderer - Gregor, ein verarmter, Tontauben-schießender Landadliger - war "Atemlos" und für gar nichts mehr zu gebrauchen. Er kaufte sich Fitnessgutscheine, die ein anderer für ihn einlösen musste.

Ende gut, alles gut. Zum Finale waren alle wieder in Hochform. "Es lebe der Sport". Im Konzert gab es keine Instrumente. Alles wurde mit dem Mund gemacht, sogar die Rhythmen. Einer sang gar nicht, war Mouth-Percussionist. Die anderen deckten das komplette Chor-Spektrum vom Tenor bis zum Bassisten ab. "Sing out" gibt's seit 23 Jahren. Jüngst tourte das Sextett durch Italien und nahm ein Video auf, das es in Kürze auf "You Tube" zu sehen gibt. Die erste CD heißt "Smiles".

Die Show war perfekt. Alles lief so locker, dass man gar nicht glauben wollte, dass die Combo ihr Bühnenprogramm zweieinhalb Jahre lang einstudiert hatte. Da stimmte alles, vom Schwimmkleid bis Ton. Das musikalische Repertoire bestand vor allem aus Klassikern wie "Africa", "Living on a Prayer" oder "Son of a Preacher Man". Alles wurde überzeugend präsentiert. Übrigens: "Sing out" standen auch schon mal Benefiz-technisch zusammen mit der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" für die Weißrusslandhilfe auf der Bühne der damals ausverkauften Max-Reger-Halle.
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