Sinnlich minimalistisch
Lasse Matthiessen und Ida Wenøe begeistern in Weiden

Lasse Matthiessen lässt sich bei eingen Songs von Ida Wenøe begleiten, die auch einige Songs solo als Support präsentierte. Der dänische Liedermacher startete in Weiden seine Deutschlandtournee, Bild: otj

Von Jörg Otto

Weiden. Es ist eines dieser Konzerte, bei denen man zwischen den Songs eine Nadel auf den Boden fallen hören könnte. Der Songwriter Lasse Matthiessen begeistert die Zuhörer im "Neues Linda" minimalistisch und leise - man genießt, schweigt und nippt. Kein Drum-Set, das sich wie ein Schalldämpfer über den Geräuschpegel der Kneipe legen könnte, nur ab und an ein Bass-Lauf von der Gastmusikerin Ida Wenøe, der den minimalistischen Gitarren-Sound garniert. Umso intensiver ist das Publikum gefordert, sich mit diesem Berliner Kopenhagener auseinanderzusetzen.

Matthiessens Musik erscheint einfach, seine Harmonien wirken schlüssig. Und doch ist da eine enorme Komplexität in den Songs. Das liegt zu einem Gutteil, daran, dass der Sänger seine Stimme, wie ein Instrument benutzt: Mal hoch aus dem Kopf, mal tief aus dem Bauch. Aber auch mal tief und kehlig gepresst - ein wenig wie Nick Cave, könnte man meinen.

Die Stücke sind, da keine Band im Hintergrund steht, akustische arrangiert - in bester Singer/Songwriter-Tradition verlässt sich Lasse Matthiessen auf die Essentials: sein musikalisches Können und der Glaube an die Tiefe und Relevanz seiner oft melancholischen Lyrik.

Immerhin vier Alben hat der Skandinavier bereits aufgenommen, ohne sich zu wiederholen oder einem Klischee zu folgen: "Dead Man Waltz", "Carry Me Down", ""Wildfires" oder "Stray Dog" sind Sammlungen kleiner Poeme, zärtlich und kraftvoll, melancholisch und authentisch.

Mit am Start hat Lasse Matthiessen die Musikerin Ida Wenøe, Dänin und Singer/Songwriterin wie er selbst - als Gast auf einigen Deutschland-Gigs - als Support und als sporadische Begleiterin an der Gitarre, am Bass und als zweite, zerbrechliche Stimme.
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