"SixtySix" rocken wie in den Sechzigern
Wundervoll, der Abend

Nichts zugemischt - "SixtySix" leben von der Bühnenerfahrung. Bild: uz
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
28.11.2016
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Die letzte Zugabe ist "Wonderful tonight". Und genauso empfinden die Leute. Viele Fans der Sechziger-Jahre-Musik sind in die Waldgaststätte Strehl am Weidingweg gepilgert. Eine Band hatte gerufen.

Die Besucher waren am Freitagabend gekommen, um balladeske Songs, Rock und vor allem die alten Beat-Klassiker zu hören. Anlass war das 30-jährige Bandjubiläum von "SixtySix". Die Formation beherrschte die Kunst der Programmgestaltung. So brachte die Gruppe Songs, die bei den Fans wie akustische Filme abliefen. Hinter "Whole lotta Love" erkannten sie ganz deutlich in der Bühnenversion den langzotteligen Jimmy Page, wie er mit offener Jeansjacke und freiem Blick auf die nackte Brust ins Mikro kreischte.

Auch zu "Born to be wild" hatte man sofort das passende Bild vor Augen: Peter Fonda und Dennis Hopper, wie sie als Wyatt und Billy auf ihren glänzenden Maschinen über die Highways bretterten. Solche Bilder im Kopf brauchte man, wenn man sich von der Unplugged-Musik der Band beflügeln lassen wollte. Wer sich darauf einlassen konnte, nahm von dieser Live-Performance eine Menge mit. Und wenn mal ein Ton schief daher kam - was machte das schon. "Das ist eben live", sagte dann ein Gitarrist Peter Steigner.

Er, Heinz Kraus (Gitarre), Gerd Kincl (Bass) und Raimund Betz (Schlagzeug) sind Zeitzeugen. Sie haben jene Sechziger miterlebt. Eine Revival-Band war da nur konsequent. Die etwas Jüngeren, Roland Band, der am Freitag zum letzten Mal bei "SixtySix" Piano spielte sowie die beiden Sängerinnen Simone Lindner und Nadine Hagelstein ließen sich anstecken vom Drive der vier Protagonisten. Der Konzertabend war intensiv, vielleicht besonders deswegen, weil das Covermaterial nicht wie von der Platte runter klang. Es war die unglaubliche Erfahrung der Musiker, die rüberkam. "Honky Tonk Women", "Louie, Louie", "Sommer of 69", "Love hurts". Irgendwie logisch, dass das Publikum überwiegend jenseits der 60 war. Sound, Tanz und Stimmung sorgten für einen Superabend.
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