Sopranistin Lahm und Organist Betz beeindrucken mit "Ave Maria"-Konzert
Musikalisches Hochfest

Zahlreiche musikalische Interpretationen von "Ave Maria" boten Sopranistin Sabine Lahm und Organist Maximilian Betz. Bild: Kunz

Das Programm zum Hochfest Mariä Himmelfahrt orientierte sich in der ehemaligen Klosterkirche St. Augustin an der Struktur eines Rosenkranzes. Sopranistin Sabine Lahm, die heute in München und Weimar wirkt, und der in München lebende Organist Maximilian Betz interpretierten das "Ave Maria".

Dieses Gebet ist nach dem "Vater unser" das meistgesprochene in der Christenheit und wurde entsprechend vielfältig von Komponisten aller Epochen vertont. Vor 400 Zuhörern begann das Konzert mit einem "Vater unser" und endete mit einem "Salve Regina", eingefasst vom spätromantischen Komponisten Joseph Rheinberger. Die beiden Künstler gestalteten diese Werke intensiv und farbenreich und schafften so den idealen Rahmen für die Kernthematik des Konzertes. Die Protagonisten wählten für das "Ave Maria" je drei deutsche, französische und italienische Vertonungen aus.

Zwischen den Blöcken überzeugte Maximilian Betz mit der virtuos vorgetragenen Toccata und Fuge in d-moll von Bach, als auch mit den Regerschen Orgelwerken "Ave Maria" und "Melodia in B-Dur". Hierbei wurde auch die klangliche Qualität der Orgel deutlich. Bei den anspruchsvollen Vokalwerken wusste Sopranistin Lahm zu überzeugen. Nachhaltigen Eindruck hinterließen die beiden bekanntesten vokalen Fassungen des "Ave Maria" von Schubert und Bach-Gounod, zelebriert mit groß aufgeschwungenen Kantilenen der Singstimme und luftiger Orgelbegleitung.

Knisternde Spannung


Dazwischen sorgte das aus dunkelsten Tiefen zu leuchtenden Höhen emporsteigende "Ave Maria" von Anton Bruckner mit orchestral geführtem Orgelpart für knisternde Spannung im Konzertraum. Dem gegenüber entführten die französischen Varianten des marianischen Textes in spätromantische bis moderne Klangwelten. Die beiden Musiker beeindruckten bei den Werken von Camille Saint-Saens, Cesar Franck und Jehan Alain durch große Variabilität der Klangfarben und innige Darbietung. Beinahe schon opernhaft wurde es bei den italienischen Vertonungen. Die beiden "Ave Maria"-Lieder der Opernkomponisten Cherubini und Verdi füllten prächtig den ehemaligen Kirchenraum.

Besondere Wirkung entfaltete zwischen den beiden üppigen Kompositionen das meditative und schlicht vorgetragene "Ave Maria" von Giulio Caccini. Die Zuhörerschaft zeigte sich tief bewegt, dankte mit langanhaltendem Beifall und Standing Ovations. Die aus Weiden stammenden Künstler bescherten den Besuchern ein intensives Konzerterlebnis und boten als Zugabe mit "Mariä Wiegenlied" eines der bekanntesten Werke Max Regers.
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