Starkbieranstich mit Derblecken bei "Nordoberpfälzer Musikfreunden"
Starke Worte, starkes Bier

Für ein Prosit der Gemütlichkeit ist auch die lokale Prominenz zu begeistern, stellte "Bruder Klaus" (rechts) (Peter Ertl) fest und hob den Krug. Bilder: hcz (2)

Ausgerechnet Kakao spielte eine wichtige Rolle beim Starkbieranstich der "Nordoberpfälzer Musikfreunde". Denn durch selbigen zog "Bruder Klaus" auch kommunale Ereignisse.

Neben zünftiger Volksmusik gab es Lob und Tadel von "Bruder Klaus" beim Starkbieranstich der "Nordoberpfälzer Musikfreunde" am Freitag. Mit den in der Waldgaststätte "Strehl" anwesenden Prominenten war er jedoch gnädig. Doch nächstes Jahr soll es derber werden, kündigte Klaus Schödl aus Mantel an.

Nach einer humorvollen Begrüßung stellte der "musizierende Fahrlehrer" Karl-Heinz Deisinger die Musikanten vor, die aus der ganzen nördlichen Oberpfalz angereist waren. Durch fachkundige Erklärungen und zahlreiche Witze lockerte er das Musikantentreffen auf, die zweieinhalb Stunden vergingen wie im Flug.

Debüt für Herbert Storek


Den Anfang machten Helmut Reichl (Pressath) und Manfred Döllinger mit Gitarre und Akkordeon. Herbert Storek aus Kemnath, ein Neumitglied der "Nordoberpfälzer Musikfreunde", gab sein Debüt, begleitet von Reichl. Für "I hob a Dirndl g'liebt" und einen "Boarischen" spendeten die über 100 Besucher rasenden Applaus.

Die Weidener Hans Eismann (Akkordeon) und Horst Maibach (Bariton) gaben virtuos die "Fuchsgrabenpolka" und "Rehbraune Augen". Das Trio Reithmayer/Burdack, Wilhelm Prechtl (Pressath), Reichl und Thomas Fritsch (Pirk) mit einer Schunkel- und Mitklatsch-Runde, sowie Maibach mit dem Bariton und Hans Strobl - auch erstmals dabei - mit dem Akkordeon begeisterten ebenso. Marianne Helm und Hans Kowatsch aus Waldsassen, bekannt für ihr "unerschöpfliches Repertoire", wie Deisinger sagte, sangen - ein "Bier-Liedl".

Bruder Klaus ("Dem Rindvieh gibt das Wasser Kraft, beim Menschen ist's der Hopfen-Saft") zog Geschehnisse auf Landes- und Kommunalebene durch den Kakao. Beispielsweise den VW-Diesel-Skandal: "Bei uns in Bayern könnte so was nie passieren. Wir haben seit 500 Jahren das Reinheitsgebot." Er bemängelte, dass Stadt- und Inthronisationsball in Weiden immer gleichzeitig stattfinden, wobei der Stadtball natürlich einen großen Vorteil besäße: "Auf dem Stadtball ist's wirklich toll - um Mitternacht haut man sich die Wampe voll." Die aus dem Bayern-1-Programm kürzlich verbannte Volksmusik, die großartige Rauhnacht der "Nordoberpfälzer Musikfreunde" und die Sammlung nach jedem Musikantentreffen, bei der sich oft auch Hosenknöpfe im Hut fänden, waren weitere Ziele seiner Spott-Rede.

Horst Fuchs, der sich hinten auf ein Holzfuhrwerk setzen musste, weil der Bauer sonst keinen "roten Lumpen" gehabt hätte, die rührige Landtagsabgeordnete Annette Karl, Stadtrat Josef Gebhardt, Stadtrat Hans Forster, der "Schwarze", der "mindestens zweimal pro Tag aus der Zeitung raus schaut", sowie Heimatring-Vorsitzender Günther Magerl mit seinem Faible für Osterbrunnen und Maibaum, erhielten Lob statt erwarteter Spitzen.

Trotzdem war die von "Bruder Peter" (Ertl) durchgeführte Sammlung zugunsten der Jugendarbeit des Vereins erfolgreicher als sonst. Deisinger und Theo Helgert sorgten für kurzweilige Zwischenunterhaltung.
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