Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks
Gipfeltreffen mit Reger und Brahms

Christoph Thomas und Dr. Harald Roth (rechts) vom Weidener Förderkreises für Kammermusik freuen sich über ein herausragendes kulturelles Ereignis für die Oberpfalz. Für den 7. Mai haben sie Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks nach Weiden geholt. Bild: dok

Von Peter Donhauser

Weiden. Reger symphonisch - ein Höhepunkt des Reger-Jahres steht im Mai bevor: Die beiden Vorsitzenden des Förderkreises für Kammermusik hatten zum Pressegespräch geladen. Dr. Harald Roth und Christoph Thomas stellten das Sonderkonzert zum 100. Todestag Max Regers vor. Es verspricht ein herausragendes kulturelles Ereignis für die Oberpfalz und darüber hinaus zu werden.

Hohes künstlerisches Ethos


Am Samstag, 7. Mai (18 Uhr) werden das Sinfonieorchester und der Chor des Bayerischen Rundfunks sowie der Bariton Michael Volle in der Max-Reger-Halle auftreten. Dirigent wird der Österreicher Franz Welser-Möst sein, derzeit Chef des Cleveland-Orchestra. Er ist berühmt (und berüchtigt) für sein außergewöhnlich hohes künstlerisches Ethos und seine Qualitätsansprüche, die mehr Probenzeit als die vieler Kollegen beanspruchen.

Das genannte Orchester (Chefdirigent Mariss Jansons) wurde vor kurzem in einem Ranking von Musikkritikern als Sechstes der zehn weltbesten Orchester eingestuft. Auch den Chor des BR darf man als den wohl besten in Bayern titulieren: Wo sonst findet man ein zusammen gewachsenes Team top ausgebildeter Profi-Sänger, die sich zuvor in einem harten Probesingen qualifizieren mussten! Sie beherrschen schwierigste Literatur von Barock bis zur Avantgarde. Der Bariton Michael Volle ist Mitglied der Bayerischen Staatsoper und wird 2016 auch in Bayreuth singen.

Wie Dr. Roth schmunzelnd berichtet, standen vor dem Engagement viele hartnäckige Verhandlungen, er musste geradezu mit Engelszungen (oder besser: Engels-Mails) für ein Reger-Programm werben. Das Resultat kann sich sehen lassen: Eine ungemein interessante Auswahl (Brahms und Reger) mit musikalischen und inhaltlichen Verknüpfungen. Von Brahms die "Tragische Ouvertüre" op. 81 (1880), herb, von Schmerz durchzogen, führt hin zu Max Regers Requiem op. 144b nach Hebbel (1915). Geradezu als Auflockerung folgt die Sinfonie Nr. 3 von Brahms, gefolgt von seinem "Schicksalslied" op. 54 (1871) für Chor und Orchester nach einem Text von Hölderlin. Das sehr selten aufgeführte Werk korrespondiert insbesondere mit Regers Hebbel-Requiem.

Es hat ja fast schon Tradition, dass die Musik Max Regers in München eher beiläufig wahrgenommen wird. Mit dem bevorstehendem Programm hat das BR-Orchester 2016 nun doch Reger im Gepäck, das Konzert wird zweimal in München gespielt, live in BR Klassik übertragen, per Live-Videostream im Internet zu verfolgen und in der BR-Mediathek abrufbar sein. Auch das Weidener Konzert wird mitgeschnitten, eine "Innere Mission" in Sachen Reger.

Professionelle Einführung


Als Besonderheit kann der Förderkreis eine professionelle Einführung in das Programm um 17 Uhr im Gustav-Schlör-Saal anbieten, den die Redakteurin Antje Dörfner übernehmen wird, der BR stellt auch ein umfangreiches Programmheft zusammen. Der Förderkreis hat die Eintrittspreise sehr differenziert gestaffelt, mit Level unter einer Kinokarte appelliert er an Schüler und Studenten. Man darf sich auf dieses einmalige Event freuen, es gibt noch Tickets, allerdings sind 80 Prozent der über 800 Karten sind bereits verkauft.

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0 und www.nt-ticket.de
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