Theater für die ganze Oberpfalz
Neuer LTO-Geschäftsführer will "moderates Wachstum"

Damit LTO-Geschäftsführer Wolfgang Meidenbauer (rechts) den Spielort auch ganz sicher nicht vernachlässigt: OB Kurt Seggewiß schenkte ihm am Dienstag das Buch "Weiden - Die Stadt und ihre Menschen" (Buch & Kunstverlag) von German Vogelsang. Bild: Götz
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
17.05.2016
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Vieles dreht sich dieser Tage ums liebe Geld beim Landestheater Oberpfalz (LTO). Nicht genug, dass "Der Revisor" am Donnerstag Premiere auf der Burg Leuchtenberg feiert. Erst vor kurzem bewilligten Landkreis Neustadt (50 000 Euro) und Stadt Weiden (30 000 Euro minus 7000 Euro als Pauschalmiete für den "Regi"-Saal) ihre Zuschüsse für den LTO-Etat 2016. Und nun stand Wolfgang Meidenbauer, Unternehmensberater und neuer Geschäftsführer des Landestheaters, bei OB Kurt Seggewiß auf der Matte. Um "Stetigkeit in den Haushalten", so betonte der 48-Jährige beim Antrittsbesuch, wolle er sich bemühen. "Wir wollen nicht jedes Jahr neu in Verhandlungen treten müssen." Vor allem die 24 hauptamtlichen Mitarbeiter bräuchten Planungssicherheit.

Diesen festen finanziellen Grundstock zählt Meidenbauer zu seinen Zielen bis 2020. Zwei Drittel des LTO-Haushalts mit einem Volumen von 600 000 bis 650 000 Euro sichern Zuschüsse. Um von der öffentlichen Hand ein Stück weit unabhängiger zu werden, will der Neue verstärkt Sponsoren werben - auch schon mal in anderen Regionen wie dem Landkreis Schwandorf, wo gerade ein Schulprojekt in Gang kommt. "Moderates, stetes Wachstum" kündigt Meidenbauer an. "Damit das Landestheater Oberpfalz seinem Namen irgendwann gerecht wird." OB Seggewiß rät zur "Politik der kleinen Schritte": "Die Leute müssen mitwachsen. Vieles läuft ehrenamtlich, da darf man nicht überdrehen."

Projekt mit Flüchtlingen


"Das Landestheater strahlt in die Region aus", stellt der Rathauschef fest. "Aber die Region ist auch Weiden." Meidenbauer versichert, dass das LTO die Max-Reger-Stadt nicht vernachlässige. Zusammen mit Vohenstrauß und Leuchtenberg zähle er sie zum "Nukleus". Und: "Ich würde mich sogar freuen, wenn wir hier künftig noch mehr gemeinsam machen könnten." Als Spielstätte "mit ganz eigenem Flair" schätzt Pressesprecherin und Regisseurin Marlene Wagner-Müller das Juz. Mit 40 jungen Flüchtlingen studiert sie dort das Stück "Home Alive" ein, das am 21. Oktober seine Uraufführung erlebt. 2013 applaudierte das Publikum dort ihrer "Paradiso"-Inszenierung.

Seggewiß empfiehlt Schauspielprojekte mit tschechischen Partnern. Denn die könnten von der Euregio Egrensis gefördert werden. Mittelfristig auch mal "in Richtung Musik, Musiktheater" will Meidenbauer gehen. Insgesamt 150 Aufführungen pro Jahr gibt das LTO in der Region, auch in Tirschenreuth, Waldeck oder Kemnath. Eine ganze Menge, meint der Geschäftsführer. Insbesondere über den Spielort Weiden sagt er jedoch: "Da ist noch Luft nach oben."

Derzeit gebe es "intern noch viele Hausaufgaben zu erledigen", erzählt der 48-jährige Vohenstraußer, dem "das Thema Stadtbühne seit der Kindheit präsent" gewesen sei. Vor vier Jahren war er Gründungsvorsitzender des Fördervereins "Freunde des Landestheaters". Nach 19 Jahren als Unternehmensberater lenkt er nun die Geschicke der gemeinnützigen GmbH. "Das ist schon was Besonderes", meint er. "Ein Kulturunternehmen lässt sich ja nicht mit einem Wirtschaftsunternehmen vergleichen, das monetär ausgerichtet ist. Eine gGmbH hat andere Ziele zu erreichen." Meidenbauer hält kurz inne - und stellt dann doch noch eine nicht unwichtige Gemeinsamkeit zwischen Kultur und Wirtschaft fest: "Unterm Strich muss es sich rechnen."
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