Theater wie aus dem Alltag

"Da Babba" (Andreas Pusch) und "da I" (Simon Grabinger) sind konsterniert. Oma (Monika Graf) und Opa (Norbert Lehner) turteln. Bild: ga

Da hat's drei Männer auf der Suche nach Ruhe doch glatt in eine Hütte verschlagen - wie es der Zufall so will alle drei nahezu zeitgleich. Doch "Da Opa, da Babba und i" sind nicht allein im Wald. Das ist bei der "Kleinen Bühne" in Unterauerbach aber sowieso fast unmöglich.

-Unterauerbach. Es ist dieses Anheimelnde, das alle zwei Jahre den Reiz des Theaters im Pfarrheim ausmacht und der Laienspielgruppe inzwischen eine Fangemeinde beschert hat, die über den Landkreis hinausreicht. Das Publikum sitzt quasi mit auf der Bühne, der Unterschied " die da oben und die da unten" verschwimmt. In dieser Theatersaison - Premiere war am Samstag - wird dieses Ambiente von Professor Dr. Großhirn (Franz Grabinger) ganz gezielt ausgenutzt. Die Zuschauer, als seine potenziellen Patienten, seien praktisch Zeuge eines familientherapeutischen Experiments zum Thema "Miteinander können sie nicht und ohne einander erst recht nicht", erklärt er einleitend.

Schon nicken die ersten Gäste zustimmend. Ulla Klings Komödie "Da Opa, da Babba und i" ist Theater, überzeichnend, aber im Grunde mit viel Alltagsleben angereichert, also es ist fast wie dahoam. Das Stück lebt von Missverständnissen zwischen Mann und Frau, Eheleuten, aber auch Generationen. Wenn die Stupsi (Stefanie Kiener) etwa von Whatsapp spricht und Oma Roserl (Monika Graf) fragt: "Was ebbs?" Das sind genau die Dialoge und Kalauer , die für das entsprechende Lachen im Pfarrheim sorgen. Und wenn Mama Ingrid (Verena Killermann), mit dem passenden Gschau dazu, feststellt: "Koa Mo is jemals ganz unschuldig", ist es an der Weiblichkeit, begeistert Beifall zu zollen.

Die kameradschaftlichen Männertage gelingen nicht wirklich, weil es zwischen ihnen nicht klappt und immer wieder Störenfriede dazwischen funken. Dann muss schon mal das Publikum dem Babba (Andreas Pusch) aushelfen und schnell einen roten Stringtanga verstecken. Es bekommt auch einiges ab, als Opa Erich (Norbert Lehner) beim Angeln ins Wasser "geschubst" wird. Dem I, (Simon Grabinger) als er schüchtern der "Stupsi" den Hof macht, ruft es aufmunternd zu: "Trau de." Der Neue im Team der "Kleinen Bühne" spielt seine Rolle als genervter Teenager überzeugend. Es sind nur sechs Darsteller, die diesen unterhaltsamen Abend bestreiten. Die drei Männer dominieren mit ihrer Bühnenpräsenz das Stück, eine reife Leistung. Natürlich ist die Therapie von Professor Dr. Großhirn erfolgreich und bevor der Vorhang fällt, darf das Publikum noch einmal herzhaft lachen, als Oma Roserl ihren Erich anschmachtet und sagt: "Mir flittern."

Die Vorstellungen am 11.,12., 18. und 19. März sind ausverkauft. Es wird aber eine Warteliste geführt; Anmeldung bei Familie Grabinger, Telefon 0 96 75 / 13 46.
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