Theatergastspiele Fürth gastieren mit "Patrick 1,5" in Weiden bei der Kulturbühne - Initiator ...
Komödie mit Blick hinter die Fassaden

Initiator und Schauspieler Thomas Rohmer möchte mit seiner Komödie "Patrick 1,5" ein Statement für Homosexualität und Gleichberechtigung setzen. Bild: hfz
Homosexualität, Gleichberechtigung und das Recht gleichgeschlechtlicher Partnerschaften auf Adoption - diesen Themen widmet sich die Komödie "Patrick 1,5". Göran und Sven sind seit Jahren ein Paar. Um ihre Liebe zu krönen, beschließen sie, ein Kind zu adoptieren. Gespannt erwarten sie die Ankunft ihres Sohnes Patrik, 1,5 Jahre alt. Durch ein Versehen beim Sozialamt steht jedoch der kriminelle 15-jährige Patrick vor ihrer Tür.

Kurzfristig kann keine Abhilfe geschaffen werden - also heißt es für die Drei erst einmal arrangieren. Dieses "Missverständnis" verändert das Leben der Protagonisten, und ist die Grundlage für eine turbulente Komödie voll Pointen und treffender Situationskomik. Heute geben sich um 19.30 Uhr in der Max-Reger-Halle die Theatergastspiele Fürth die Ehre. Thomas Rohmer hat das temporeiche Stück inszeniert und spielt selbst eine Rolle darin. Die Kulturredaktion führte mit ihm dieses Interview.

Sie gastieren in Weiden mit einem modernen, vergleichsweise unbekannten Stück. Hätten Sie nicht mit einem Klassiker "auf Sicherheit spielen" können?

Thomas Rohmer: Ich wollte was Besonderes. Was, was eben nicht jedes andere Theater spielt, was nicht schon zig mal zu sehen war. Mit "Patrick 1,5" habe ich eine Komödie mit Tiefgang gefunden, die aktueller nicht sein könnte.

Das Stück basiert auf einem schwedischen Film - haben Sie schon im Kinosessel gewusst: Das muss ich auf die Bühne bringen?

Rohmer: Ich habe den Film durch Zufall als "Billig-DVD" gekauft. Ich fand die Handlung irre witzig und war sofort von der Handlung begeistert. Als ich dann gelesen habe, dass der Film nach einem schwedischen Theaterstück geschrieben wurde, habe ich mich auf die Suche gemacht.

Es geht um aktuelle Themen, Homosexuelle Ehen und Adoptionsrecht - wollen Sie ein Statement setzen?

Rohmer: Wenn wir das können, sehr gerne! Ich sehe die Schwulen als keine besondere "Gruppe". Ich inszeniere das schwule Paar als ganz normales sich liebendes Paar. Ohne "Getucke" und ohne "schwülstiges" Gehabe.

Was können die Protagonisten, was können wir von Patrick lernen?

Rohmer: Von Patrick und auch vom schwulen Paar können wir alle lernen, dass es einfach ist, jemanden vorzuverurteilen. Man muss hinter die Fassade eines Menschen sehen - ins Herz blicken. Kein Mensch kommt böse oder schlecht auf die Welt.

Haben Sie schon den nächsten Kinostoff im Kopf, den Sie für das Theater umsetzen möchten?

Rohmer: Es gibt tatsächlich einen Filmstoff, den ich ganz groß inszenieren werde: Richard N. Nashs "Der Regenmacher", im Original mit Katherine Hepburn und Burt Lancaster. Vielleicht darf es ja auch in "Weiden" regnen. Wäre schön.

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unterTelefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0 und www.nt-ticket.de.

Weitere Informationen im Internet:

http://www.kulturbuehne-weiden.de
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