Thomas Klupp liest in der Sünde
Verfremdete Weidener Welt

Thomas Klupp ist in Weiden aufgewachsen und studierte an der Hochschule in Hildesheim "Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus". Sein Debüt "Paradiso" war ein großer Erfolg. Bild: hfz
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
18.11.2016
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Premiere in der Sünde: Heute liest Thomas Klupp im Pop-Up-Club. Mit "Paradiso" hat der Weidener Romancier 2009 ein Stück Popliteratur auf den Buchmarkt gebracht. Die autobiographisch inspirierte Story spielt in Weiden und kam bei Lesern wie Kritikern außerordentlich gut an.

Was sich seitdem getan hat und was die Zuhörer in der Sünde erwartet, hat Thomas Klupp im Interview mit Jörg Otto erzählt.

Ist es heute einfacher nach Weiden zurückzukommen, als es damals für Ihren Helden aus "Paradiso" scheinbar war?

Thomas Klupp: Ich muss ehrlich sagen, ich habe das anders gelesen. Jeder liest das ja wie er will. Und wer liest, hat recht. Für mich war das Buch eine Verarbeitung von allen möglichen Dingen. Ich finde, dass Weiden relativ bunt und flott wegkommt. Klar ist da eine gewisse Enge. Aber auf der anderen Seite gibt es sehr viele schräge Charaktere, eine tolle Altstadt, super Feste. Ich komme gerne nach Weiden. Zuletzt war ich im Februar da.

Wenn man einen autobiographischen Roman in der Stadt vorliest, in der er auch spielt, ist es wahrscheinlich anders als in anderen Städten. Haben Sie schon in Weiden gelesen?

Ich war einmal mit meinem Buch in Weiden. Das war super - viele Leute und eine gute Stimmung. Aber es gab am Rand schon ein bisschen Ärger, weil sich einige wiedererkannt haben. Eigentlich waren das aber Verschränkungen, völlig überzeichnet. Aber großteils kam positives Echo. Die Leute haben gemerkt: Der hält ja überhaupt keine Hassrede auf die Stadt.

"Paradiso" wurde 2009 veröffentlicht. Was hat sich in dieser Zeit bei Ihnen getan? Gibt es bald ein neues Buch?

Ich bin in Hildesheim an der Hochschule und doziere am Literaturinstitut. Dort habe ich mich außerdem drei Jahre lang mit einer Dissertation abgeplagt. Aber jetzt hoffe ich, dass mein neues Buch 2017 erscheint. Es wird wieder von Weiden handeln, allerdings aus der Perspektive eines 15-/16-Jährigen. Das war bei mir schon eine ziemlich wilde Zeit.

Es wird also wieder autobiographisch?

Ja, wobei ich die Handlung schon in die Gegenwart reinziehe. Bei mir ist das nie eins zu eins. Ich nehme etwas Erlebtes her und transformiere es in eine andere Zeit oder in einen überspitzten Charakter - in eine Motivwelt hinein.

Was erwartet denn die Gäste am Freitag in der Sünde?

Ich möchte zum einen eine längere Stelle aus "Paradiso" vorlesen. Und dann ein kleines Preview aus dem gerade Entstehenden oder was am Fertigwerden ist, was halt ganz konkret in Weiden spielt, zum Beispiel im Kepler-Gymnasium.
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