Trotz Regenchaos: Seit gestern läuft die Onkelz-Nacht mit Tausenden Fans in Kreuth
Schlammschlacht hat begonnen

Wer die Böhsen Onkelz liebt, ist manche Schlammschlacht gewöhnt. In Kreuth, wo sie Wetterunbilden in der Vergangenheit schon öfter erlebt haben, sind die Fans darauf gut vorbereitet: mit regenfester Bekleidung inklusive Gummistiefeln - und "psychisch" sowieso. Die Laune lassen sie sich im Camp und auf dem Festivalplatz von nichts verderben, wie man zum Start sehen konnte.
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
15.07.2016
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Seit gestern Nacht sind sie in ihrer Welt angekommen. Eine Welt aus verschlammten Zelten, Bundeswehrparkas, quietschenden E-Gitarren und röhrenden Bässen. In Kreuth rund ums Gut Matheshof rüsten sich die Böhse-Onkelz-Fans zu vier Tagen Dauerverehrung ihrer Lieblingsband bei G.O.N.D.

Rieden. Zu den ersten Metal-Anhängern auf dem Festivalgelände gehört auch Hannes aus Apolda im Kreis Weimar. Das Ortsschild aus ihrer Heimatstadt haben er und seine 27 Freunde gleich mitgenommen. Vier Stunden Anfahrt aus Thüringen hängen jetzt blechern und demonstrativ an ihrem Pavillon bei der Größten Onkelz Nacht Deutschlands (G.O.N.D.). Aber: "Deine Herkunft ist egal, dein Fußballverein ist egal, deine Hautfarbe ist egal - wir sind alle hier, um die Onkelz zu feiern", schwärmt der 25-Jährige. Und in der Tat, die Metal-Szene zeigt sich in ihren Feierstunden friedlicher, als es dem Betrachter von Totenkopf-Tatoos und Lederjacken zunächst scheint. So finden sich auch auf dem Campingplatz und dem Festivalareal schnell neue Grüppchen zusammen: "Sie haben uns beim Zeltaufbau geholfen, jetzt haben wir fusioniert", erzählt Carina aus Fulda.

Seit einer Stunde spielen ihre Freunde mit ein paar hilfsbereiten Rockern aus Gerstungen "Looping Louie", ein Spiel für Kinder ab sechs Jahren. Allerdings: "Alle Verlierer müssen trinken", erklärt sie. Das Dosenbier als Feier-Symbol ist von G.O.N.D. ebenso wenig wegzudenken wie ein krachendes Schlagzeugsolo. Mit Sackkarren und Bollerwagen wird der Hopfensaft in die Zelte geschafft. Mit 20 Litern vom "wichtigsten Festivalutensil" pro Abend müsse man für fünf Leute schon rechnen, schätzt ein erfahrener Besucher. Zum zehnten Mal ist der Schwäbisch-Haller nun dabei. "Heavy Metal, coole Leute und einfach die Sau rauslassen", ruft ihm sein Kumpel auf die Frage nach dem Antrieb dazwischen.

Für ruhigere Rockfans, "für die Sauberkeit, Ordnung und Entspannung keine Fremdwörter sind", wie es auf der Internetseite des Events heißt, gibt es einen gesonderten Bereich. Das "Rock'n'Ruhe"-Areal haben auch Daniel und Dirk aus Sachsen für sich entdeckt. "Da regiert das Chaos nicht zu sehr", bestätigen sie. Spätestens aber, wenn die ersten Bands am Donnerstagmittag ertönen, gibt es vor der Bühne kein Halten mehr: Klatschen, Jubelschreie und das gegenseitige Anrempeln im sogenannten Moshpit, ein Tanzkreis vor der Bühne, gehören dazu. Mit den Bands verschmilzt das Publikum zu einer Stimme, wenn sie die Songs der Onkelz zelebrieren. Bis zur Abreise am Sonntag noch.
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