Urgestein des Jazz

Immer konzentriert und fokussiert: Ed Kröger zählt zu den interessantesten Posaunisten der Jazz-Szene. Bild: Reitz

Wenn der Vater mit dem Sohn: Das "Ed Kröger Quintett feat. Ignaz Dinné" gastiert beim Jazz-Zirkel. Bis sich der Sprössling jedoch der Musik verschrieb, bedurfte es eines kleinen Anschubs. Fahrrad oder Saxofon?

"Die Tiefe im Spiel kommt durch das Alter", sagt Ed Kröger (geboren 1943) im Gespräch mit der Kultur-Redaktion. Er steht seit mehr als fünfzig Jahren auf der Bühne und spielt mit der Elite des europäischen Jazz: Albert Mangelsdorff, Wolfgang Dauner, Manfred Schoof und vielen anderen. Obwohl er sich einen guten Namen als Posaunist gemacht und das Lehrbuch "Die Posaune im Jazz" verfasst hatte, wechselte er 1974 zum Klavier. Als Pianist war er 1977 mit seinem Trio in Weiden zu erleben.

Rückkehr zur Posaune

"Das Klavierspiel machte mir so viel Spaß, weil ich eine Sehnsucht nach Klangfarben hatte", erläutert Kröger. Er litt jedoch auch unter den schlecht gestimmten Klavieren, die in vielen Jazz-Kellern an der Tagesordnung waren. Es störte ihn, dass der Ton nicht dem entsprach, was er auf einem Blasinstrument ausdrücken konnte. Mit Wolfgang Engstfeld und Uli Beckerhoff und der Gruppe "Changes" gastierte er erneut als Pianist in Weiden, ehe er 1984 mit "Trombone Jazz" zur Posaune zurückfand.

"Ich war neugierig darauf, mein harmonisches Wissen, das ich am Klavier erworben hatte, auf der Posaune anzuwenden. Ich bin jetzt schon lange wieder begeisterter Posaunist, aber die Musik klingt jetzt völlig anders." Seit zehn Jahren erlebt Kröger eine neue Hochphase mit einem Quintett, in dem sein Sohn Ignaz Dinné das Altsaxofon spielt. Der hatte sich anfangs dem Rad-Rennsport verschrieben. Eines Tages zu Weihnachten stellte ihn sein Vater vor die Alternative: "Neues Rennrad oder Saxofon?"

"Mit dem Saxofon kann ich ein Leben lang spielen, mit dem Rennradfahren ist aber irgendwann Schluss", lautete die Entscheidung des Sprösslings. Nach dem Unterricht bei Herb Geller und der Mitwirkung im "BuJazzo" erhielt er den Feinschliff am Berklee College in Boston, wo er von Meistern wie Herbie Hancock, Wayne Shorter, Clark Terry oder Wynton Marsalis lernte.

Lange Freundschaft

"Dinné spielt mit einer Reife und Abgeklärtheit, die man sonst nur von Älteren zu hören gewohnt ist", urteilt die Zeitschrift "Fono Forum". Eine CD mit seinem Freund und Mentor Ron Carter unterstreicht diese Einschätzung. Vincent Bourgeyx (Klavier), Felix Henkelhausen (Bass) und Rick Hollander (Schlagzeug) vervollständigen das Quintett.

Mit Alfred Hertrich, dem Gründer des Weidener Jazz-Zirkels, verbindet Ed Kröger eine langjährige Freundschaft. "Ende der 60er Jahre spielte ich zusammen mit Joe Viera in Hof. Dabei lernte ich Alfred Hertrich kennen." Beim Jazz-Zirkel schätzt er die gute Betreuung und die Tatsache, dass hier seit Jahrzehnten Musikliebhaber mit Herzblut bei der Sache sind. Das Konzert ist am Donnerstag, 26. März, um 20 Uhr im "Bistrot Paris". Karten gibt es unter Telefon 0961/3811349.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.jazz-zirkel-weiden.de/
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