Vielumjubelter Auftritt im Vereinshaus
Lieblings-Namika

(Foto: uz)
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
07.11.2016
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Vielumjubelt - und das völlig zu Recht. Namika lieferte im Vereinshaus für ihr junges Publikum ein hörenswertes Konzert ab. (Foto: uz)

Fragt man Passanten draußen nach Namika, können viele mit diesem Namen nichts anfangen. Namikas "Lieblingsmensch" - ihr Nummer-1-Hit - ist da schon etwas bekannter.

Kein Wunder, dass am Freitagabend im Evangelischen Vereinshaus hunderte meist weiblicher Teenager der Sängerin mit der kraftvollen Stimme zujubeln. Viele sind völlig aus dem Häuschen. Namika hat schon den einen oder anderen kapitalen Hit in die Charts gebracht, bietet ihren Fans eine fulminante Show. Rund ein Fünftel der Besucher im Altersdurchschnitt von zwölf bis 18, heben den Arm auf Namikas Frage hin, wer denn schon mal eines ihrer Konzerte besucht habe. Und warum jetzt wieder? "Weil du so toll bist!" Erst kürzlich trat die Deutsch-Marokkanerin beim Moosbacher BR-Dorffest auf.

"Mega" Management


Wie ein Mega-Star wird die junge Dame von ihrem Management betreut, die Playlist wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Da gab sich selbst Paul McCartney mitteilsamer. Nur die ersten beiden Songs dürfen fotografiert werden. Allerdings besteht bei ihrem größten Hit "Lieblingsmensch" im Schlussteil noch einmal die Möglichkeit, den Auslöser zu drücken.

Dieses Gebot gilt natürlich nicht für die Fans. Die fotografieren und filmen mit ihren Handys und Digitalfotoapparaten wild drauf los, was Akkus und Speicherkarten hergeben. Der erste Song ist Programm. In "Hellwach" geht es um den Inhalt einer Zeile, nämlich: "Wir wollen noch nicht nach Haus' gehen. Machen uns den Tag zur Nacht."

Innerhalb von knapp 75 Minuten hat sich die Sängerin in die Herzen ihres Publikums - auch der mitgebrachten Mamas und Papas - gesungen. Die Mädels wippen im Takt, ihre männlichen Begleiter wippen mit, ob sie nun wollen oder nicht. Musik verbindet eben. Im echten Leben sei dies leider nicht so, meint die Künstlerin, die vor 25 Jahren in Frankfurt am Main geboren wurde und nordafrikanische Wurzeln hat. Sie führt ein Leben zwischen den Welten.

"In Marokko bin ich die Deutsche. In Deutschland die Marokkanerin." Sie singt, sie rappt. Ihre Texte orientieren sich an der Hip-Hop-Szene. "Die Farbe der Haut ist die gleiche, trotzdem sehe ich nicht aus wie die meisten", klagt sie in "Nador", einem Song über die marokkanische Küstenstadt, aus der ihre Eltern stammen. "Fühl' mich wie zuhause, fühl' mich verloren." Letztes Jahr hat Namika am "Bundesvision Song Contest" für Hessen teilgenommen, erreichte mit "Hellwach" den siebten Platz. 2016 war sie deutsches Jury-Mitglied beim Eurovision Song Contest. "Nador" platzierte sich im Juni 2015 auf Platz 13 der Album-Charts.

Band und Backgroundsängerin sind toll, stecken voller Intensität. Namikas Songs gehen unter die Haut. Die Texte sind durchdringend. Musikalische Schönfärberei ist ein Fremdwort für sie. Nicht aber Virtuosität und Eleganz. Eine "Coole Katze" eben. Sie singt von "Herzrasen", drückt die "Stoptaste" und glaubt, dass es "Kompliziert" sei, "wo immer das Licht brennt". Genau das sind ihre Stärken. Zwei Zugaben noch. Eine artige Verbeugung. Am Ende ist es "Gut so". Die Fans sind hellauf zufrieden, strömen nach draußen. Das Konzert, eine gelungene Bereicherung des Weidener Kulturangebots.
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