Volles Haus bei Ernst Hutterer und "Die Egerländer"
Butterweiche Blechmusik

"Wir sind Kinder von der Eger": Mit diesem und anderen Liedern wurden "Die Egerländer" bei ihrem Auftritt in der seit Wochen ausverkauften Max-Reger-Halle von dem Gesangsduo Katharina Praher und Nick Loris stimmgewaltig unterstützt. Bilder: Kunz (2)
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
10.04.2016
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"Rauschende Birken" und der "Astronautenmarsch" - Egerländer-Klassiker schlechthin. Butterweiche Blechmusik, die vor 60 Jahren von Arrangeuren des damaligen Jazz-Liebhabers Ernst Mosch entwickelt wurde. Dass diese Musik auch heute noch Hallen füllt, zeigte am Samstagabend ein Blick in die ausverkaufte Max-Reger-Halle.

"Die Egerländer" verbanden die edle Tradition der böhmischen Blasmusik mit neuen Elementen. Und sie boten viele Möglichkeiten für Humor und exzellente Freude an konzertanter Blasmusik. Gleichzeitig standen sie für anspruchsvolle Unterhaltung, an der Interpreten und Konzertmeister sowie das Publikum beteiligt war.

Musikalischer Hochgenuss


Ernst Hutter hat die Tradition Moschs schon bald nach dessen Tod übernommen und das weltbekannte Orchester mit dem weichen Klang mit hervorragenden Berufsmusikern aus Genres wie Klassik, Jazz und Pop wiederbelebt. Die 900 Besucher im Gustl-Lang-Saal erlebten einen musikalischen Hochgenuss.

Mosch wäre im letzten November 90 Jahre alt geworden. Vor 60 Jahren gründete er seine Band. Seit 30 Jahren spielt Tenorhornist Hutter, damals als eines der Küken, im Klangkörper. Vor 15 Jahren nahm er das große Erbe auf und gründete die Egerländer-Neubesetzung. Wohl Gründe genug, für eine Jubiläumstournee. Man musste am Samstagabend nicht Experte für Stil und Rhythmus der Mosch-Musik sein, um sich gefangen nehmen zu lassen vom Sound. Man brauchte sich nur fallenlassen und einzulassen auf die Klänge. Kurzum: Man lauschte Tonschöpfungen auf allerhöchstem Niveau. Am Schlagzeug übrigens Bandleader-Sohn Stefan Hutter.

Moderiert wurde der Abend von Edi Graf, den Hutter auch schon mal scherzhafter Weise als "Blasmusikdazwischenschwätzer" bezeichnete. Dann gab es noch das Gesangsduo Katharina Praher und Nick Loris. Die beiden interpretierten Hits wie "Egerland, Heimatland", "Mädel ruck her zu mir" und "Wir sind Kinder von der Eger".

Das Feuer brannte weiter. Zu Gehör gebracht wurde eine wunderbare musikalische Rückschau auf die ruhmreiche Ernst-Mosch-Geschichte der letzten sechs Jahrzehnte. Was die Qualität des Ensembles ausmachte: Konzertante Techniken und Gedankenlinien, Freude an der Musik, anspruchsvolle Unterhaltung, transparente Bläsersätze, eine strahlende Trompetersektion, Egerländer Melodien und Gänsehaut.

Melodien zum Schunkeln


Das Repertoire war eine gekonnte Mischung aus alten Hits und natürlich neueren Kompositionen. "Egerländer Trompetentraum", "Hörst du das Rauschen der Wälder", "Tenorhorn Rhapsodie", "Böhmischer Wind", "Lieblingspolka", "Auf der Vogelwiese" und natürlich "Egerländer Marsch". Eine Würze wie "Pfeffer und Salz". Melodien, die zum Mitschunkeln einluden.
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