Vom Nahen Osten in die andere Heimat

Am 12. März startet die Buchmesse in Leipzig. Autoren stellen ihre neuen Bücher vor und lesen dort. Wer nicht so weit fahren will, sollte die Lesungen in den Buchhandlungen Rupprecht besuchen.

Sachbücher und Literatur stehen im Mittelpunkt der Lesungen in den Buchhandlungen Rupprecht. Wir stellen hier die Autoren und ihre Werke vor.

Klaus Töpfer: "Die Welt im Wandel" (Donnerstag, 26. Februar, 20 Uhr, Buchhandlung Rupprecht Amberg):Die "Frankfurter Rundschau" nannte Klaus Töpfer "so etwas wie den obersten Umweltschützer der Erde". Er war Chef des UN-Umweltprogramms und Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Heute ist er Vizepräsident der Welthungerhilfe und Vorsitzender der Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung der Bundesregierung. Kaum ein anderer Politiker ist vom Gedanken an eine gelingende Umweltpolitik so überzeugt wie er. Sein neues Buch zeigt deutlich, dass die Zukunft der Erde in unseren Händen liegt.

Niko Paech: "Befreiung vom Überfluss" (Dienstag, 3. März, 20 Uhr, Buchhandlung Rupprecht Weiden):Niko Paech ist einer der bedeutendsten deutschen Wachstumskritiker - und er ist authentisch, denn er lebt seine Vision einer "entschleunigten und entrümpelten Welt". Der Volkswirtschaftler ist Professor am Lehrstuhl für Produktion und Umwelt an der Universität Oldenburg. Als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Attac genießt er einen hohen Bekanntheitsgrad und findet bei einer breiten Öffentlichkeit Gehör.

Jörg Armbruster: "Brennpunkt Nahost" (Donnerstag, 5. März, 20 Uhr, Buchhandlung Rupprecht Marktredwitz): Die Lage in Nahost spitzt sich weiter zu, es droht ein Flächenbrand mit weltweiten politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen. In Syrien leiden die Menschen unter einem grausamen Bürgerkrieg und für den Palästina-Konflikt zeichnet sich nach wie vor keine Lösung ab. Jörg Armbruster ist einer der erfahrensten deutschen Auslandskorrespondenten, der für das ARD-Fernsehen aus dem Nahen und Mittleren Osten berichtet. Er zeigt in seinem Buch, mit welchen Konsequenzen wir zu rechnen haben, wenn die Situation in Nahost endgültig eskaliert.

Avi Primor: "Nichts ist jemals vollendet" (Montag, 16. März, 20 Uhr, Buchhandlung Rupprecht Weiden): Avi Primor war von 1993 bis 1999 israelischer Botschafter in Deutschland. Er ist Sohn eines niederländischen Emigranten und einer deutschen Mutter. Avi Primor ist bekannt für sein Engagement für die Aussöhnung zwischen Israel und Deutschland. Dabei ist sein Einsatz nicht selbstverständlich: Nur durch Zufall entging Primors Mutter als einzige in ihrer Familie dem Holocaust. Er setzt sich ein für eine Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern: Mit seiner Art, Missstände im Umgang mit den Palästinensern offen anzusprechen, machte er sich in seiner Heimat Israel nicht nur Freunde. Nun veröffentlicht Avi Primor seine Autobiografie. Er erzählt aus seinem Leben und davon, was ihn zu dem Brückenbauer machte, als der er heute gewürdigt wird.

Hubert Wolf: "Die Nonnen von Sant'Ambrogio", (Freitag, 20. März, 20 Uhr, Buchhandlung Rupprecht Vohenstrauß):Geheime Initiationsriten und sexuelle Gewalt: Hinter den Klostermauern von Sant'Ambrogio in Rom spielten sich Mitte des 19. Jahrhunderts ungewöhnliche Szenen ab. Was dort wirklich geschah, blieb jedoch im Verborgenen. Der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf hat 1999 durch Zufall in den Archiven des Vatikans die Akten eines Inquisitionsprozesses entdeckt und damit einen unglaublichen Skandal aufgedeckt. Wolf überzeugt nicht nur inhaltlich, sondern auch durch eine sehr lebendige Vortragsweise.

Sven Kuntze: "Die schamlose Generation" (Mittwoch, 15. April, 20 Uhr, Buchhandlung Rupprecht Amberg): Sven Kuntze berichtete für den WDR aus Bonn, New York und Washington, moderierte das ARD Morgenmagazin und war Hauptstadtkorrespondent in Berlin. Nun ist er im Ruhestand, aber immer noch als freier Journalist und Moderator tätig. In seinem neuen Buch geht er mit seiner eigenen Generation hart ins Gericht: Da hält sie ihre Ideale wie Emanzipation, Selbstbestimmung und Nachhaltigkeit hoch, während sie schamlos der nachfolgenden Generation die Schulden in Billionenhöhe, radioaktiven Müll inklusive ungelöster Endlagerfrage, eine halbierte Geburtenrate mit der Folge einer überalterten Gesellschaft sowie eine dem Klimawandel preisgegebene Umwelt hinterlässt. Sven Kuntzes Abrechnung ist unnachsichtig, denn diese schamlose Generation hat mehr beansprucht, als ihr zusteht.

Gert Heidenreich: "Die andere Heimat" (Mittwoch, 22. April, 20 Uhr, Buchhandlung Rupprecht Weiden): Gert Heidenreich ist einer der bekanntesten deutschen Sprecher für Radio und Hörbücher. Viele kennen ihn als die Erzählerstimme in "Der Name der Rose" oder in "Herr der Ringe". Gert Heidenreich liest nicht nur, er schreibt auch: Romane, Kurzgeschichten, Krimis, Essays. Seine Erzählung "Die andere Heimat" diente als Grundlage für den bekannten Film von Edgar Reitz. Gert Heidenreich erzählt darin von Freiheitssehnsucht und Verzweiflung der Menschen um die Mitte des 19. Jahrhunderts.

Vor allem aber von ihrer Hoffnung, ihrer Heimatliebe und ihrem Mut. Sie widerstanden einem Winter mitten im Sommer, erlebten jahrelange Hungersnöte, eine Epidemie nahm ihnen die Kinder. Dennoch hielten sie an ihren Träumen von einem besseren Leben fest und glaubten an ihre Zukunft. Die Lesung ist Teil der Weidener Literaturtage.

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Karten für die Lesungen gibt es in den jeweiligen Buchhandlungen sowie an der Abendkasse.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.rupprecht.de
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