Vorsitzender gesucht: Verein soll "Kulturbühne Weiden" in die Zukunft führen
Sein oder Nichtsein ...

Ein banger Blick in die Zukunft: "Der kaukasische Kreidekreis" von Bertholt Brecht steht als nächstes Gastspiel bei der "Kulturbühne" auf dem Programm. Auch die Stücke für die Saison 2016/2017 sind bereits gebucht. Für den Verein, der das Tourneetheater künftig organisieren soll, ist also "bis Mitte 2017 die Vorarbeit geleistet", sagt Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz. Bild: Böhner

Fällt für die "Kulturbühne" nach der Saison 2016/2017 womöglich der letzte Vorhang? Die Frage könnte sich am Dienstagabend entscheiden. Dann steht die Gründungsversammlung des Vereins an, der das Tourneetheater in Weiden in die Zukunft tragen soll.

Der wichtigste Aspekt ist: Findet sich ein Freiwilliger, der den Vorsitz und damit die Verantwortung übernimmt? Denn in dieser Funktion gilt es immerhin, bis zu sieben Bühnenwerke pro Saison an Land zu ziehen und den von der Stadt gewährten Etat dafür im fünfstelligen Bereich zu verwalten. Kulturamtschefin Petra Vorsatz ist zuversichtlich. "Wir haben jemanden für den Vorsitz im Auge und auch mit ihm darüber gesprochen." Den Namen will sie vorab allerdings nicht verraten. Denn die Zusage des Betroffenen steht noch aus. "Er will erst noch einmal darüber nachdenken."

450 Einladungen verschickt


Immerhin: Fast 450 Personen aus Politik, Kultur und Wirtschaft - "Weidener, die Interesse an Kultur haben", so Vorsatz - haben sie und Sabine Guhl zu der Versammlung am 8. März eingeladen. Beginn: 19.30 Uhr im Kulturzentrum Hans Bauer. "Wir haben auch gezielt einige treue Abonnenten angesprochen", berichtet Vorsatz. "Die für eine Vereinsgründung nötigen sieben Mitglieder hätten wir schon." Jetzt kommt es darauf an, dass sich auch einer davon an die Spitze hieven lässt.

Denn Petra Vorsatz und Sabine Guhl, Leiterin der Regionalbibliothek, sehen sich nach dem Ausscheiden von Gerhard Hagler (pensionierter Chef der Max-Reger-Halle) außerstande, die Organisation der "Kulturbühne Weiden" weiter zu schultern. "Wir brauchen dringend Entlastung. Wir können das nicht mehr nebenbei stemmen", sagt Vorsatz. Das hatte Sabine Guhl auch in der Sitzung des Kulturbeirats im Oktober deutlich gemacht. Das Gremium sprach sich daraufhin dafür aus, das Tourneetheater in Weiden wieder über einen Verein arrangieren zu lassen, wie es früher bereits bei der "Kleinen Bühne" der Fall war (der NT berichtete).

Natürlich steht die Gründungsversammlung auch Bürgern offen, die keine persönliche Einladung erhalten haben. Mit einer Einschränkung, so Vorsatz: "Jeder Interessent ist willkommen, der bereit ist, Arbeit zu leisten." Als Beispiel nennt sie "Die Keramischen", den Förderverein für das Internationale Keramikmuseum. "Die stellen viel auf die Beine."

Die Kulturamtschefin geht die Versammlung am Dienstag optimistisch an. "Ich bin ganz hoffnungsfroh, was die Vereinsgründung angeht und auch, dass sich ein Vorsitzender findet." Und wenn nicht? Dann gebe es einen Plan B: Die Kulturamtschefin will dann die Schaffung einer zusätzlichen Drittelstelle noch einmal im Stadtrat aufs Tapet bringen. Ein Vorschlag, dem Bürgermeister Lothar Höher als Sitzungsleiter im Kulturbeirat angesichts der Finanzlage der Stadt eine klare Absage erteilt hatte.

Drama verhindern


Stefan Voit (NT-Ressortleiter Kultur), der für die angegliederte Reihe "Klein & Kunst" verantwortlich zeichnet, hofft ebenfalls auf eine Fortsetzung der "Kulturbühne". "Eine Drittelstelle mehr - egal, ob in der ,Regi' oder im Kulturamt - wäre die optimale Lösung." Voit betont aber auch: "Wenn die Stadt und das Kulturamt es wünschen, würde ich die Reihe ,Klein & Kunst' fortsetzen, selbst wenn es die ,Kulturbühne' nicht mehr geben sollte."

Doch das Aus für das Tourneetheater ist letztlich eine Möglichkeit, die sich keiner der Beteiligten wünscht. Eine Vereinsgründung am Dienstag würde dieses Drama abwenden.
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