Vox-Serie "Mein himmlisches Hotel"
Harte Kost zum Abendessen

Angesichts der Kritik der anderen Hoteliers schlägt Josef Heining junior die Hände über dem Kopf zusammen, Mutter Angelika blickt fassungslos in die Kamera. Bilder: hfz
 
"Und was machst du hier im Haus? Bist du angestellt?" fragt Vera den Masseur im Wellness-Bereich des Hotels. "Eigentlich niard", antwortet der und stellt sich als Chef, Mädchen für alles, Ehemann der Gastgeberin - und zudem ausgebildeter Masseur vor.

Da ist Werner, der Bidet-Pedant mit Zahnbürstenfimmel. Daneben echauffieren sich die Zwickenpflugs über das antike Bett neben dem modernen Bad im Hotel "Zur Heimat". Doch niemand bringt in der Vox-Serie "Mein himmlisches Hotel" Angelika Heining so sehr auf die Palme wie Ivana aus Marienbad.

"Bin ich froh, wenn's rum ist", sagt Angelika Heining in die Kamera und klagt über ihren hohen Blutdruck. Nichtsahnend, wie nah die 58-Jährige bald dem Kreislaufkollaps sein wird. Es ist Mittwoch, 17 Uhr. Und der dritte von fünf Teilen der Vox-Serie "Mein himmlisches Hotel" hat gerade erst begonnen. Die Familie Heining will sich dabei mit drei Hotel-Konkurrenten aus Marienbad und Regensburg messen - und zum Serienfinale am Freitag als Sieger mit 3000 Euro vom Sendeplatz abtreten.

Zum Auftakt kabbeln sich Mutter und Sohn vor der Kamera: "Sie hat mich zum Mitmachen genötigt", sagt Josef Heining junior, 37, Chef des Gourmetrestaurants und nach eigener Aussage "Arsch vom Dienst", mit breitem Grinsen. Mutter Angelika erklärt sich für Rezeption, Service, Deko, Um- und Ausbauten zuständig. Und: "Mein Mann Josef ist der, der alles macht, was uns lästig ist. Finanzbuchhaltung etwa."

Schnitt. Die Koffer der Konkurrenten rollen auf das Hotel an der Dr.-Seeling-Straße zu. Allesamt schimpfen sie über die Lage des Vier-Sterne-Hauses an der vielbefahrenen Straße neben Waschstraße und Schnellrestaurants. "Ich kann nicht die Nachbarn, die mir nicht passen, wegbomben", entgegnet Angelika Heining.

Bei Konkurrentin Ivana aber könnte sie in Versuchung kommen. Erst amüsiert sie sich beim Tortenbacken mit den anderen, lobt den liebreizenden Josef junior - "der spielt kein Spiel" -, um sich dann über die fehlenden Hotelinformationen auf Tschechisch zu mokieren. Ansonsten sei ja alles super, obwohl ...

"Stinkig" und "enttäuscht"

Picobello sind die Zimmer, das Frühstück extrem vielseitig - und genau das schürt Zweifel bei der Hotelmanagerin aus Marienbad. Sie glaubt, nur fürs Fernsehen sei so sauber geputzt und so toll aufgetischt worden. Angelika Heining fällt aus allen Wolken, spricht von einer "absoluten Frechheit", von "Unterstellungen", ist "richtig stinkig" und "menschlich enttäuscht". Gelassener reagiert sie auf die Zwickenpflugs, die den Stilbruch zwischen antikem Schlaf- und modernen Badezimmer kritisieren: "Das Bett ist aus dem 18. Jahrhundert. Wenn ich das angleichen soll, muss ich ins Bad statt einer Toilette einen Kübel stellen."

Und weil alle beim durchweg als hervorragend beurteilten Essen von Küchenchef Josef Heining, das die Gesellschaft im "sehr gepflegten und edlen Garten" mit 100-Quadratmeter-Pool einnimmt, schon beim Thema sind, nörgelt auch Werner, der Bidet-Freak: Wieder gibt es kein Sitzwaschbecken. Das können auch die drei Zahnbürsten in Weich, Mittel und Hart - eine Aufmerksamkeit des Hauses für den Mann mit dem Zahnbürstenfimmel - nicht wettmachen. Im Gegenteil: "Eine Zahnpasta gibt es nicht dazu", stellt Werner fest und leitet die Nachtruhe mit den Worten ein: "Ich glaube nicht, dass ich heute in einem Siegerbett schlafen werde."

Vorerst in Führung gehen die Heinings aber allemal. Am Donnerstag nächtigen sie in Regensburg. Ob sie am Ende für Weiden den Sieg holen werden, steht am Freitag fest. Das Finale auf Vox beginnt um 17 Uhr.
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