Wanderausstellung mit Werken von MS-Kranken eröffnet
Selbsthilfe der besonderen Art

Schirmherr Albert Füracker, Initiatiorin Susanne Kempf und OB Kurt Seggewiß (von links) freuen sich über die Eröffnung der Ausstellung "denken, fühlen, malen" im Alten Schulhaus Weiden. Bild: hea

"Es steckt viel Arbeit darin, aber noch viel mehr Freude", erklärte Susanne Kempf bei der Eröffnung ihrer Ausstellung "denken, fühlen, malen" im Alten Schulhaus. Bereits 2008 stellte sie erstmals zusammen mit anderen an Multipler Sklerose (MS) erkrankten Künstlern ihre Werke aus. Und dennoch ist die Initiatorin vor dieser Vernissage sehr nervös. Doch dazu später mehr.

Stillleben, Abstraktion, Landschaftsmalerei - die 38 Werke der Wanderausstellung sind vielfältig. Einige Bilder stehen sogar zum Verkauf. Neben den Malereien zeigt die Ausstellung erstmals Porzellan einer Porzellanmalerin der Firma Seltmann. Insgesamt stellten 22 Künstler aus acht Bundesländern und Österreich ihre Werke zur Verfügung. Darunter auch Susanne Kempf, die selbst MS hat.

Während einige der Künstler seit Beginn an den Ausstellungen teilnehmen, kommen jedes Jahr auch neue Maler dazu. Bei der Organisation war Kempf heuer erneut auf sich gestellt. Jedoch hofft sie, im nächsten Jahr auf die Unterstützung der Pharmaindustrie zählen zu können.

"Ich hatte unglaubliche Panik vor dieser Veranstaltung", gesteht die Initiatorin Susanne Kempf zu Beginn der Eröffnung. Dass die geplante Musikgruppe nur wenige Stunden zuvor abgesagt hatte, war nur einer der Gründe. Ihre Sorgen waren jedoch unbegründet. Neben einigen der Künstler und zahlreichen Besuchern waren auch die beiden Schirmherren der Ausstellung, Staatssekretär Albert Füracker für die Wanderausstellung und OB Kurt Seggewiß für die Präsentation in der Stadt, anwesend. "Wir, die glauben gesund zu sein, können schon morgen mit der gleichen Diagnose konfrontiert werden", erklärte Füracker. OB Seggewiß sagte, er - selbst talentfrei - sehe Kunst als eine Möglichkeit, wieder Lebensfreude zu finden.

Bis 29. April ist die Ausstellung noch im Alten Schulhaus zu sehen. Danach wandert sie weiter nach Rudolstadt, Speinshart und Regensburg. "Ich kann nicht mehr damit aufhören", erklärte Kempf und verriet, die Ausstellung auch nächstes Jahr wieder zu organisieren. Natürlich mit neuen Kunstwerken und hoffentlich reichlich Unterstützung.
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