Weiden: Gründung des Cannabis Social Club - Global Marijuana March soll in vielen Großstädten organisiert werden
Der Club der bekennenden Kiffer

Wie jeder Verein hält auch der "Cannabis Social Club" eine Jahreshauptversammlung. Matthias Confal (links) verkündete seinen Mitgliedern dabei ehrgeizige Pläne. Bild: Kunz
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
04.01.2015
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Sie haben's wirklich durchgezogen: Den "Cannabis Social Club" bringen sie als eingetragenen Verein an den Start. Nun blasen die Macher zum Kiffer-Festival. Rund 2000 Gleichgesinnte erwarten sie dazu im Mai in Weiden.

Der "Cannabis Social Club" ist unter Dach und Fach. Im Juni letzten Jahres gegründet, hat er vor zwei Wochen auch die juristische Hürde genommen. "Wir sind jetzt ein eingetragener Verein", gab Vorsitzender Matthias Confal am Samstagabend bei der Jahreshauptversammlung im "Parapluie" bekannt. Ihre erste Aufgabe sehen die Weidener Cannabis-Freunde in der Ausrichtung des "Global Marijuana March" in der Max-Reger-Stadt. Dazu werden 2000 Kiffer erwartet.

Wie Confal erklärte, werde der Event in vielen Großstädten Deutschlands organisiert. München sei diesmal nicht mit dabei. Deshalb glaube man, dass sich die süddeutschen Cannabis-Anhänger nach Weiden aufmachen. Termin: 8. bis 10. Mai 2015. Eröffnet werde die Großveranstaltung mit einem Liedermacher- und Reggae-Konzert, eventuell als Open-Air oder aber in der Max-Reger-Halle. Darüber werde mit der Stadt Weiden verhandelt - in Verbindung mit der Petition zur Legalisierung des Cannabis-Erwerbs, die ebenfalls in diesem Jahr gestartet werde. Confal: "Wir stehen auf dem Standpunkt, dass Weiden wegen der Nähe zu Tschechien Crystal-Met-verseucht ist. Der legale Erwerb von Cannabis würde viele Leute abhalten, das Zeug aus Tschechien zu konsumieren." Beispiele aus Staaten, in denen Cannabis legalisiert sei, zeigten, dass dort der Drogen- und sogar der Cannabis-Konsum zurückgehe.

300 Euro Monatsbeitrag

Derzeit habe der "Cannabis Social Club" 15 Mitglieder. In den Genuss der Verordnung kämen nur Mitglieder. "Sollte unsere Petition Erfolg haben, dann werden wir pro Mitglied 200 bis 300 Euro Monatsbeitrag verlangen, so viel, wie der Konsum eben kostet. Sollte ein Gewinn erwirtschaftet werden, dann geht der an karitative Einrichtungen hier vor Ort und weltweit."

Er selber rauche Cannabis, räumte Confal ein. Auch wenn's illegal sei. "Ich bin krank." Die Latte an Krankheiten, gegen die Cannabis helfe, sei ellenlang. "Es soll gegen Krebs helfen, hilft gegen Asthma, Rheuma, ADHS, nervliche Beschwerden und Multiple Sklerose." Das Mindestalter der Club-Mitglieder liege bei 19 Jahren, fuhr Confal fort. Aber es gebe viele Anfragen aus dem Jugendbereich. "Deshalb wollen wir separat eine Jugendgruppe gründen, die dann auch separat geführt werden soll. Wir wollen nicht mit den Eltern anecken. Deshalb bekommen die Jugendlichen erst Marijuana, wenn sie 18 sind. Der Jugendschutz ist bei uns definitiv ganz groß geschrieben."

Vereinsheim gesucht

Derzeit sei der Verein auf der Suche nach einer Bleibe - "einem Vereinsheim, in dem wir selber unsere Veranstaltungen wie Konzerte und Tagungen durchführen können". Ferner wolle er Menschen, die sich outen wollen, Hilfestellung geben. "Jungen Leuten etwa, die Zoff mit ihren Eltern bekommen haben." Diese sollten aufgeklärt werden, dass Alkohol viel schlimmer sei als Marijuana.
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