Weiden und die bunte Welt

Die ersten journalistischen Sporen verdiente sich Martin Fraas beim "Neuen Tag". Inzwischen war er unter anderem bei "Gala" und "Instyle", nächste berufliche Station ist Textchef bei "Bunte". Bild: Kempf
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
05.09.2015
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Viele Weidener kennen ihn noch aus der gemeinsamen Jugend, den beruflichen Anfängen beim "Neuen Tag". Viele haben Martin Fraas aus den Augen verloren. Doch er hat seine Heimat nicht aus den Augen verloren, kommt immer wieder gerne zu Besuch.

Weiden/München . Martin Fraas kann beruflich auf viele renommierte Stationen zurückblicken. Jetzt hat der Journalist, der seine Wurzeln in der Max-Reger-Stadt hat, eine neue spannende Aufgabe vor sich.

Unterhält man sich mit Weidenern, erwähnt man Ihren Namen, dann sagen sehr viele Menschen: "Ja, den kenne ich. Was macht der eigentlich?"

Martin Fraas : Ich habe im August bei der Zeitschrift "Bunte" in München als Textchef begonnen. Einer der renommiertesten Jobs im People-Journalismus. Und sicher auch einer der spannendsten. Zusätzlich arbeite ich weiterhin als Reporter für einige Magazine sowie als Medienberater. Und auch weitere Bücher sind geplant.

Und was haben Sie in den vergangenen Jahren gemacht?

Fraas: Nach Stationen unter anderem bei "Gala", "InStyle", "Cosmopolitan" und dem ADAC-Reisemagazin machte ich vor fünf Jahren einen Abstecher in die Welt der Werbung. Eine sehr interessante Erfahrung, mal ganz nah am Kunden zu arbeiten. Eine der bleibenden Erkenntnisse ist: Entgegen vieler Klischees, wird in der Werbung richtig hart gearbeitet. Oft bis weit in die Nacht hinein.

Wie sieht Ihr neuer Aufgabenbereich als Textchef bei "Bunte" aus?

Fraas: Ich habe als langjähriger Textchef von "InStyle" sehr eng mit Patricia Riekel, der Chefredakteurin von "Bunte", zusammengearbeitet. Sie war damals auch Chefredakteurin von "InStyle". Als es nun eine Vakanz gab, kamen wir in Kontakt. Bei so einem Jobangebot kann man nur "Ja" sagen - und den Burda-Verlag kenne ich ja auch sehr gut.

Meine Aufgabe ist es, mit den Autoren zu arbeiten und die Texte in druckbare Idealform zu bringen. Das bedeutet: viel Kommunikation, viel Diplomatie. Ich betreue alle Ressorts, also von Adelsgeschichten und Prominenten-Storys über Mode, Lifestyle und Gesundheit bis hin zum Rezept.

Wo leben Sie jetzt?

Fraas: Nach einer längeren Zeit in Hamburg, lebe ich nun bereits seit 15 Jahren in München Bogenhausen - fünf Gehminuten vom Englischen Garten entfernt und umgeben von Jahrhunderte alten Bäumen. Eine grüne Oase inmitten der Stadt. Die Hausbesitzerin hält sogar Hühner im Garten - chinesische Seidenhühner. Aber regelmäßig schnappt sich ein Fuchs eines davon zum Abendessen.

Vermissen Sie Weiden? Man sagt: Ein Oberpfälzer bleibt im Herzen immer Oberpfälzer, egal, wo er lebt.

Fraas: Für mich stimmt das. Es ist einfach ein Muss, regelmäßig nach Weiden zu fahren, zumal hier auch meine Eltern leben. Gerne mache ich dann am Abend eine Wanderung bei Oberhöll, den Wald dort mag ich sehr. Für mich sind viele Erinnerungen damit verknüpft, weil ich auf dem Hang in Oberhöll das Skifahren gelernt habe. Beim letzten Spaziergang hab' ich dort Hunderte von Glühwürmchen gesehen - ein faszinierendes Erlebnis. Die Oberpfalz noch besser kennengelernt habe ich auch durch viele Reportagen für die Zeitschrift "Servus". Gerade mit Abstand gesehen, schätzt man viele Qualitäten wieder intensiver. Es gibt in der Oberpfalz wunderschöne Landschaften und Wirtshäuser, die an Urigkeit nicht zu übertreffen sind. Und: Ich mag auch die Mentalität, die in eine raue Schale verpackte Herzlichkeit und den oft hintersinnigen Humor der Oberpfälzer.

Konnten Sie die Kontakte zu Freunden aus Ihrer Weidener Zeit aufrechterhalten?

Fraas: Ja, es gibt noch zwei, drei gute Freunde in Weiden. Die kommen aber gerne mal nach München. Ansonsten treffe ich immer wieder auf Journalistenkollegen aus Weiden und der Oberpfalz. Und mein bester Freund, den ich seit Kindertagen kenne, ist Jörg Walberer aus Weiden. Er lebt im Moment in Hamburg, aber wir sehen uns regelmäßig.

Und wie geht es Ihnen privat?

Fraas: Ich bin seit sechs Jahren glücklich verheiratet. Meine Frau ist Inhaberin einer Fotoagentur. Und inzwischen auch Buchautorin, da habe ich sie wohl angesteckt. Ende September steht ein großes privates Ereignis an: Dann werde ich nochmals Vater. So viel kann ich schon verraten: Es wird ein Junge!

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Fraas: Ich möchte meinem Sohn ein guter Vater sein, weiterhin viel reisen, offen und neugierig bleiben. Und in meinem Alter ist der wichtigste Zukunftsplan wohl, gesund zu bleiben.
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