Weidener Ehepaar heiratet zum 3. Mal
Zum dritten Mal ein Ehepaar

Claudia und Markus Krüger (vorne) haben sich soeben vor der Standesbeamtin im Alten Rathaus in Weiden zum dritten Mal ihre Liebe versichert: Die ersten Gratulanten waren die Trauzeugen Linda Wendt und Thomas Petersons (dahinter) sowie die Kinder der Braut, Sohn Jermaine (hinten, links) und Tochter Tanisha (Mitte, links), mit ihren Partnern und Kindern. Tochter Jasmyna gratulierte später, nach Arbeitsschluss, bei der Feier. Bild: Hartl
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
07.08.2015
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Es ist der Bund fürs Leben, der bei den Weidenern Claudia und Markus Krüger bislang nicht halten wollte. Trotzdem haben sie's wieder miteinander versucht - und sind erneut gescheitert. Ihre Liebe aber haben sie niemals aufgegeben. Die Folge: Am Freitag tauschten sie zum dritten Mal die Ringe.

"Na, hoffentlich heiraten Sie nicht nochmal", hatte Familienrichterin Gerlinde Werner beim letzten Scheidungstermin gescherzt. Zu spät. Am Freitagvormittag sagten die Ex-Ex-Eheleute Claudia und Markus Krüger im Kreis ihrer Lieben - drei Kinder, sechs Enkelkinder, viele Verwandte und Freunde - im Alten Rathaus in Weiden erneut Ja zueinander. Zum dritten Mal! Bewegt schreitet das Paar in Lederhosen die Treppen des Alten Rathauses herab. "Geschafft", sagt die Braut, hält die Hand ihres Mannes ganz fest und strahlt. Er freut sich, dass die Nervosität endlich nachlässt: "Da machst du das Ganze das dritte Mal und bist immer noch voll aufgeregt."

Warum es bei den 44-Jährigen diesmal für immer ist? "Weil alle guten Dinge drei sind", hatte Standesbeamtin Reinhilde Blaim bei der Anmeldung der Eheschließung augenzwinkernd zu dem Paar aus dem Stadtteil Stockerhut gesagt. Die Braut selbst, eine gebürtige Ambergerin, antwortet ernst: "Weil wir jetzt alt genug, reif genug für die Ehe sind." Und weil das Paar trotz zwei Scheidungen nie länger als sechs Wochen voneinander getrennt gewesen sei. Doch wie kam es eigentlich zu Ehe-Aus Nummer eins? "Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr so genau", sagt die Hausfrau. War die Hochzeitsfeier im Mai 1998 doch einst so schön. Claudia Krüger trat ganz in Weiß vor den Altar in der Herz-Jesu-Kirche. Im Anschluss ließen 80 Gäste und die 3 Kinder der Braut (9, 6 und 5 Jahre alt) die frischgebackenen Eheleute in der Wirtschaft "Zur Linde" in Latsch hochleben. Wenige Jahre später waren diese Erinnerungen verblasst. Es folgte die Scheidung. Wann genau? "Das weiß ich nicht mehr." Warum? "Es hat halt viel Streit wegen der kleinen Kinder gegeben", erinnert sich Claudia Krüger. Genau wegen dieser Racker aber habe sich das Paar auch nach der Scheidung vor Richterin Gerlinde Werner nicht aus den Augen verloren. "Markus war immer da - für mich und für die Kinder. Irgendwie sind wir seelenverwandt."

"Das kostet alles"

Auf diese Erkenntnis folgte Hochzeit Nummer zwei im Oktober 2007. Claudia Krüger muss das Datum im Stammbuch nachschlagen. Dafür erinnert sie sich gut an den Antrag. "Natürlich habe ich wieder einen bekommen. Das ganze Drumherum halt, was sich so gehört", erzählt die dreifache Mutter. Die Feier aber fand damals in kleiner Runde statt. "Nur meine Kinder waren dabei. Das kostet ja schließlich alles." Geld zum einen. Geduld zum anderen. An genau dieser Geduld sei letztlich Eheversuch Nummer zwei gescheitert: "Wir sind halt beide Dickschädel, haben nicht geredet. Und dann war's aus." Ein Mal, zwei Mal.

Warum es nun im dritten Anlauf klappt? "Wir haben jetzt kapiert, dass wir immer wieder aufs Neue aufeinander zugehen und reden müssen." Außerdem seien die Kinder, der einstige Streitfaktor, längst aus dem Haus, die geliebten sechs Enkel dafür häufig zu Besuch. "Das schweißt zusammen." Und was sagen Freunde und Familie zur On-Off-Ehe? "Hätt's euch doch gleich nicht scheiden lassen, haben wir schon öfter gehört", verrät der Bräutigam, ein Hilfsarbeiter. Die Kinder haben vor dem dritten Anlauf am Freitagvormittag zu ihren Eltern gesagt: "Hoffentlich hält's jetzt." Und das wird es, sind sich die Eheleute sicher. Schließlich haben sie schon zwei Mal geübt. "Dieses Mal soll es wirklich das letzte Mal sein: Deshalb - und weil das erste Mal unsere sechs Enkelkinder dabei sein können - wollten wir die Hochzeitsfeier nochmal größer aufziehen."

Zünftige Feier

Und tatsächlich: 60 Gäste mit ihren Kindern machen sich mit Claudia und Markus Krüger am Freitagvormittag auf den Weg. Vom Alten Rathaus geht es zur bayerischen Feier in Weiß-Blau in den Hermannsaal in Etzenricht.
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