Weidener Künstler ehren großen Komponisten der Stadt
Eine Nacht mit Max Reger

Auf einen Streich mit Max Reger: Das machen im Maria-Seltmann-Haus das Weidener Streichquartett (Johanna Luther, Christoph Skutella, Friedemann Kloos, Janusz Skutella) und Kontrabassist Christoph Höning möglich.
 
Angesichts der großen Auswahl an verschiedenen Veranstaltungen rund um Max Reger muss das Programmheft schon genau studiert werden.

Künstler aus Weiden lassen Musik und Worte des großen Komponisten Max Reger durch verschiedene Ensembles in seiner Heimatstadt ertönen. Und diese eine Nacht mit Reger wollen sich viele am Freitag nicht entgehen lassen.

Von Reinhold Tietz

Weiden. Feierlich beginnt in der Kirche St. Michael die Reger-Nacht, mit der Weidener Künstler den großen Tondichter anlässlich seines 100. Todestages ehren. Die Kantorei Weiden bringt unter der Leitung von Hanns-Friedrich Kaiser den "100. Psalm" op 106 in einer Bearbeitung des Dirigenten zum Vortrag. Kaisers Einstudierung hinterlässt einen tiefen Eindruck, Ute Steck unterstützt einfühlsam mit passenden Orgelklängen.

Im Maria-Seltmann-Haus interpretieren das Weidener Streichquartett (Johanna Luther, Christoph Skutella, Friedemann Kloos, Janusz Skutella) und Kontrabassist Christoph Höning engagiert die "Elegie" op 26/1 in einer Streicherfassung und das Finale aus dem "Streichquartett d-moll" o.Op. Ebenfalls Streicher präsentieren sich in der Regionalbibliothek: Zwei Violin-Duos aus op 131b werden präzise von Johanna Luther und Franziska Herb sowie von Soojung Cho und Mariel Müller-Brinken vorgetragen. Dann kommt das "Lyrische Andante" für Streichquartett, das Mariel Müller-Brinken und Johanna Luther mit Franziska Herb (Viola) und Johannes Hahn (Violoncello) in feiner Abstimmung gestalten.

Tönen mit Regers Worten


Dass Max Reger einen regen Briefwechsel mit bedeutenden Zeitgenossen unterhielt, macht Veit Wagner im Alten Schulhaus deutlich. Er trägt Briefe des jungen angehenden Komponisten vor, aus denen interessante Einblicke in Regers Denkweise gewonnen werden können.

Wieder Streicherklänge - aber nicht nur - bieten Thomas Kaes und Gunter Baldauf im Alten Rathaus, wenn sie das 3. Duo aus op 131b vortragen und dann mit der Flötistin Sybille Wagner die "Serenade G-Dur" op 141a in den drei Sätzen lebhaft, stimmungsvoll wie tänzerisch vermitteln. Dabei spielt Gunter Baldauf Viola.

Das "Weidener Blechbläserensemble" unter Franz Lahm gibt in St. Michael und später in der Regionalbibliothek fetzige wie traumhafte Klänge zum Besten. Unter dem Titel "Best-of" vermitteln Karin Schön und Linda de Wilde (Gesang), Johanna Luther (Violine) sowie Franz Nestler und Karl-Heinz Kuhl (Klavier) Regers bekannteste Lieder im der Musikschule.

Reger zum Schmunzeln


Einen weiteren Liedbeitrag liefert der Tenor Alexander Hüttner. Unter der stimmigen Überschrift "Von Gänsen, Bienen und anderen Tieren" bringt er im Alten Rathaus Lieder, die sich mit Tieren beschäftigen, zu Gehör. So mit Hühnern, Kühen, aber auch mit "Furchthäschen" op 78/55 und "Schmeichelkätzchen" op 76/29. Peter Pollinger gibt den jeweiligen stimmlichen Aussagen noch die passende, auch mal ironisch gefärbte Klavierbegleitung dazu. So bei "Zwei Mäuschen" op 76/48, in dem das letzte gesungene Wort "Miau" lautet, was bedenklich stimmt. Und wenn "Die fünf Hühnerchen" op 76/51 um einen Wurm streiten, hört man schließlich nur noch "Piep, piep, piep", womit sie sich wohl wieder vertragen. Verdienterweise werden Sänger und Pianist mit rauschendem Beifall geehrt.

Es ist eben sehr verdienstvoll, Lieder von Max Reger vorzutragen. Man hört diese Kostbarkeiten viel zu selten. Auch sonst war die Reger-Nacht ein voller Erfolg. Weiden kann mit Recht stolz auf diesen Sohn der Stadt sein.

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