Weidener Kunstvereine stellen Projekt 2+4 Wachstumslinien" vor
Individuell in homogenen Welten

Irene Fritz vom OKV und Wolfgang Herzer vom Kunstverein Weiden stehen vor dem Linoleum-Schnitt, der mit Künstlern aus Annaberg-Buchholz zum Tag der Deutschen Einheit entstanden ist. Bild: otj

Was für ein produktives Künstlersymposium: Vier Meter kreative Kraft. Die deutsche Einheit im Großformat. Unter dem Titel "2 + 4 Wachstumslinien" entwickeln die Weidener Kunstvereine ein Projekt, das sie mit den Künstlerkollegen aus Annaberg-Buchholz in die Tat umsetzen.

Zum Tag der Deutschen Einheit ist die Gemeinschaftsarbeit der Weidener Künstler mit denen aus der Partnerstadt Annaberg-Buchholz tatsächlich auch eine Art "Vereinigung im Kleinen". Das gemeinsame Arbeiten an einem Kunstwerk ist, in den ungewohnt prosaischen Worten von Wolfgang Herzer: "Eine Fetzengaudi" - die in ihrer Tiefe noch weit mehr zu bieten hat.

Auch durch die flankierende Ausstellung der bereits verstorbenen Künstler Carlfriedrich Claus und Max Bresele werden die Phänomene Getrenntheit und Einheit betont. Beide, der eine dies-, der andere jenseits der Grenze, waren Nonkonformisten, die sich weder vom Konsum des Westens, noch von der totalitären Ideologie im Osten vereinnahmen ließen.

Acht Künstlercharaktere


Zwei Tage lang hatte sich die Gruppe um den vier Meter langen Linoleum-Streifen versammelt, um am Ende einen zusammenhängenden Druck davon zu erstellen. Bei acht individuellen Künstlercharakteren mit ganz eigenen Ideen im Kopf ist das nicht die leichteste Aufgabe.

Dennoch: Trotz mystischer Wesen, Ameisen, Glühbirnen, einem Zwerg, einem Sarkophag, Tauben und Hämmern - das Ergebnis des Mammut-Kunstwerks wirkt in seinen zusammengewachsenen Linien überaus homogen, obwohl keine der anderen gleicht.

Die beiden Oberbürgermeister, Kurt Seggewiß und sein Amtskollege aus Annaberg-Buchholz, waren begeistert vom einheitsstiftenden Werk, in dem auch ihnen ein Platz eingeräumt wurde. Die Kommunalpolitiker waren sich einig, dass man die Zusammenarbeit nicht nur pflegen, sondern ausbauen solle.

Original-Schnitt


Eine schöne Idee der Ausstellungsmacher: Für die Vernissage sind Druckfarbe und Papier bereitgestellt. Gegen eine Spende können sich die Besucher Teile, die ihnen besonders gut gefallen, am Original-Schnitt abdrucken. Es ist ein treffendes Bild dafür, dass sich auch in homogenen Welten Individuen ihren Raum nehmen können.

ÖffnungszeitenDie Ausstellung ist in den Räumen des Kunstvereins Weiden noch bis Sonntag, 6. November, zu sehen. Öffnungszeiten: Sonntag von 14 bis 18 Uhr, nach telefonischer Vereinbarung und nach Absprache im Café Neues Linda auch Donnerstag bis Samstag von 20 bis 23 Uhr. (otj)
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