Weiden/Wildenreuth.
Es gibt sie noch,die netten Menschen

Wanda Hecht mit ihrer Handtasche. Vorne löste sich die Zusatztasche, ein ehrlicher Finder gab das gute Stück zurück. Bild: njn
(wüw) Diebstahl, Einbruch, Schlägereien: "Der neue Tag" ist voll mit negativen Berichten über Straftaten und schlechte Menschen, findet Wanda Hecht. Dagegen würden die vielen guten Taten oft unerwähnt bleiben und untergehen, bedauert die Wildenreutherin. Weil sie erst am Sonntag mit so einem netten Menschen zu tun hatte und nicht will, dass seine gute Tat einfach untergeht, hat sie am Montag in der NT-Redaktion angerufen und ihr Erlebnis geschildert.

Am Sonntag besuchte die 79-Jährige mit ihren Kindern ihren Mann im Klinikum in Weiden. Der Rettungsdienst hatte den 82-Jährigen am Mittwoch mit Verdacht auf Schlaganfall dort eingeliefert. Im Patientenzimmer fühlte sich dann plötzlich auch Wanda Hecht ganz krank: "An meiner Handtasche hatte sich eine Außentasche gelöst. Darin waren der Geldbeutel mit 120 Euro, eine Brille und der Hausschlüssel."

Obwohl viele im Klinikum mitsuchten, blieb der Schlüssel verschwunden. Voller Sorge verabschiedete sich Wanda Hecht nach zwei Stunden von ihrem Mann. "Ich wusste nicht einmal, wie ich die Haustüre aufsperren soll." Die letzte Hoffnung zerschlug sich im Auto. Auch unter dem Sitz fand sich die Tasche nicht. Gerade als alle Hoffnung verloren war, fiel ihr Blick auf die Windschutzscheibe - und auf die so sehr vermisste Tasche. Ein Unbekannter muss sie vor dem Auto auf dem Parkplatz nahe der Max-Reger-Schule gefunden und unter den Scheibenwischer gesteckt haben. "Das ist nicht selbstverständlich", findet Wanda Hecht. "120 Euro sind eine Menge Geld, die hätte der Finder auch für sich behalten können."

Hat er aber nicht. Mit seinem netten Verhalten ersparte er Wanda Hecht nicht nur den finanziellen Verlust, sondern auch viele Scherereien mit Schlüsseldienst und Optiker. "Dafür möchte ich mich gerne herzlich bedanken", sagt die Rentnerin, die glücklich ist, dass der Sonntag noch ein so gutes Ende fand. Denn die wiedergefundene Tasche war noch gar nicht die beste Nachricht des Tages: Ihrem Ehemann geht es deutlich besser, er ist von der Intensivstation auf ein normales Zimmer verlegt, und der Verdacht auf Schlaganfall hat sich nicht bestätigt.
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