Zeitzeugen-Gespräch im Kepler-Gymnasium für Dokumentation aufgenommen
Vilsmaier trifft Henny Brenner

Wenn sich ein international renommierter Regisseur wie Joseph Vilsmaier nach Weiden begibt, dann ist das an sich schon eine Attraktion. Jedoch bleibt die Frage offen: Warum? Nein, er dreht keinen seiner geläufigen Kinoschlager, sondern er setzt sich mit der wohl berühmtesten Wahl-Weidnerin auseinander: Henny Brenner.

Im Zuge einer Dokumentation zum jüdischen Leben in Bayern hatte er Schüler zum Gespräch mit Henny Brenner, einer Schoah-Überlebenden, im Kepler-Gymnasium eingeladen, um sich von ihrer mitreißenden Biographie beeindrucken zu lassen. Ausgiebig schilderte die begnadete Erzählerin verschiedene Stationen ihres Lebens und fesselte die Anwesenden mit ihren Geschichten förmlich. Anschließend erhielten die Besucher die Möglichkeit, ihr Fragen zu stellen, auf die sie bereitwillig und ausführlich antwortete. Selbst als die Frage nach einem jüdischen Witz gestellt wurde. Und auch wenn Henny Brenner beinahe fröhlich erzählte, so war die Botschaft des Gesagten doch unmissverständlich: Solche Grausamkeiten dürfen kein zweites Mal geschehen.

Doppeltes Erlebnis

Dieses Zeitzeugen-Gespräch in den Räumlichkeiten des Kepler-Gymnasiums ist von Joseph Vilsmaier und seinem Team aufgezeichnet worden. Für die Schüler also in zweierlei Hinsicht ein erhebendes Erlebnis, trafen sie doch neben der nicht nur wegen ihrer Lebensgeschichte schon beeindruckenden Henny Brenner auch auf einen der anerkanntesten Kameramänner und Regisseure der deutschen Filmindustrie. Dessen Akribie und sein Perfektionismus waren somit der zweite Höhepunkt des Tages. Fasziniert verfolgten die Schüler die Dreharbeiten und waren erstaunt ob der jovialen Art des Filmemachers, der aber jeden noch so kleinen Handgriff mit genauen Kommandos anleitete. Somit wurde den Zuhörern beispielhaft vorgeführt, was es bedeutet, einen Film beziehungsweise eine Dokumentation zu drehen - und dass dies Arbeit und nicht reines Vergnügen ist.

Trotz dieser sehr professionellen Arbeitshaltung war es aber zu keiner Zeit eine unangenehme Situation, da Vilsmaier es bestens verstand, die Schülergruppe durch kleine Späße bei Laune zu halten. Er vermittelte ihnen den Eindruck, Teil des Drehs zu sein. Motiviert durch diesen Tag, hat sich eine Schülergruppe zudem entschieden, das Leben von Henny Brenner für den aktuellen Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zum Thema "Anders sein - Außenseiter in der Geschichte" als Ausgangsbasis eigener Geschichtsforschung zu verwenden.
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