Zum 10. Mal erfüllt Privatinitiative Weihnachtswünsche
Ein Baum für Weiden hilft 866 Kindern

Lea (10) wünscht sich vom Christkind ein Loop-Set. Das sind die bunten Gummi-Ringe, die zu Armbändern geknüpft werden und als das It-Accessoires zahlreiche Handgelenke schmücken. Der neunjährige Adam sehnt sich schlicht nach einer Winterjacke, Größe 140. Ihre Wünsche verraten Folien-Engel, die die Kleinen vom AWO-Kindergarten "Spatzennest" am Montag im Foyer des Neuen Rathauses an den "Baum für Weiden" hängen. Lea und Adam sind dabei nur zwei von 866 Kindern, die im Zuge der Hilfsaktion beschenkt werden sollen. Eine Hilfsaktion, die heuer zum zehnten Mal durchgeführt wird.

Heike Brembs-Thoma brachte das Kinderhilfsprojekt einst auf den Weg. Damals stand der Baum noch bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber in der Hypovereinsbank. Etwa 300 Engel, nur ein Drittel, baumelten einst an den Zweigen. Im Foyer des Neuen Rathauses steht die Tanne nun bereits zum fünften Mal.

Begonnen hat alles mit der Unterstützung durch OB Hans Schröpf und Stadtdekan Andreas Uschold. Letzterer ist bereits im Ruhestand, stellt sich 2014 aber neben Dekan Dr. Wenrich Slenczka und OB Kurt Seggewiß als Schirmherr der Aktion zur Verfügung. "Es ist traurig, dass es diese Aktion braucht. Aber es ist großartig, dass es sie gibt", sagt Uschold. Als "tätige Nächstenliebe" bezeichnet sie der Dekan. Und Helfen sei gar nicht so leicht. "Schließlich will kein Bedürftiger zur Schau gestellt werden."

Die Aktion läuft weitgehend anonym. Diverse Organisationen wie der AK Asyl, die Schwangerschaftsberatungsstellen und viele mehr suchen die bedürftigen Familien für ein "Baum für Weiden" aus. Die Päckchen schnüren die Mitbürger, die sich einen Engel vom Baum im Rathaus abholen und zum Geschenk für die Kinder (bis 30 Euro) umwandeln. Bis zum 18. Dezember müssen die Präsente heuer im Rathaus abgegeben werden. Heike Brembs-Thoma und ihre 50 Helfer bringen sie am Heiligen Abend zu den Kindern.

Ihr Mann Georg dankt allen, die die Engel holen und für Glücksmomente bei den Kindern sorgen. Er dankt dem Arbeitgeber seiner Frau, der Agentur für Arbeit, für die Flexibilität. "Danke, dass Sie uns Ihr Vertrauen geschenkt haben", sagt er zu den Vertretern der Organisationen. Witt Weiden dankt er für die Räumlichkeiten und Fahrzeuge. Einem norddeutschen Geschäftsführer für das unentgeltliche Ausstanzen der Folienengel. Seit drei Jahren macht er das. Ohne jede Geschäftsbeziehung nach Weiden. Die Aktion hat er im Internet entdeckt. Sie gefällt ihm. Und auch seiner Frau Heike dankt Georg Thoma für die Hartnäckigkeit in der Sache. Und für Gespräche über billige Nikolauskostüme im Internet mitten im Hochsommer.
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