Zwei Japaner aus München covern bei "Klein & Kunst" quer durch den Gemüsegarten
Schräg, schräger, Coconami

Zwei plus eins: Nami (links), Ferdl Schuster und Miyaji haben keinen Respekt vor großen Nummern. Und das ist gut so. Bild: otj
Schräg, das ist eine viel zu sorglos gebrauchte Vokabel wenn es um Kunst geht. Trotzdem: Wenn etwas schräg ist, dann muss man es auch so nennen dürfen, zum Beispiel als Umschreibung des Auftritts von Coconami am Donnerstag bei "Klein &

Kunst" in der Weidener Max-Reger-Halle.

Hmmm ... wie soll man jemandem Coconami beschreiben, der noch nie einen ihrer Gigs gesehen hat? Vielleicht so: Japaner aus München bearbeiten die unterschiedlichsten, zum Teil zu Recht vergessenen, Instrumente und singen wahlweise in Deutsch, Japanisch und einem Kauderwelsch dessen Sinn sich einem nicht wirklich oder nur sporadisch erschließt. Nami (Gesang) und Miyaji (Ukulele) bedienen sich bei der Auswahl ihrer Stücke quer durch den Gemüsegarten. Da ist der "Blitzkrieg Bop" der Ramones, den die ausgebildete Sängerin in asiatischem Gleichmut ganz ohne Gitarrengewitter fast haucht. Im Repertoires sind aber auch bayerische Klassiker wie "Hans bleib da, du weißt ja ned wie's Wetter wird" oder "Liesel Karlstadt singt chinesisch". Selbst vor Johnny Cash machen die beiden nicht halt: begleitet von Ukulelen und diversen Rhythmusinstrumenten gibt es eine wirklich komische Version von "Ghostriders in the Sky". Auf ihren Konzerten haben Coconami auch einen Gaststar am Start: Ferdl Schuster heißt er, ein echter Vorzeige-Oberbayer, wilder Schnurrbart, Trachtenhut und ein derbes Auftreten. Er bereichert das Programm von Coconami immer wieder mit einem Satz G'stanzln, bei denen er dann und wann das Lachen nicht unterdrücken kann.

Aber auch, wenn ein Auftritt von Coconami oft skurril und witzig - also schräg - ist, die Melodika im Retrotürkis glänzt und der Ferdl irgendwie abwesend wirkt, eine reine Comedy-Truppe sind sie dennoch nicht. Nami hat eine hervorragend ausgebildete Stimme, Miyaji ist ein versierter Multi-Instrumentalist, die Auswahl der Coverversionen ist exzellent. Und der Ferdl ist weiß Gott schlauer und wacher, als er auf der Bühne wirkt.
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